Sechsjähriger bei Brand in Wien gestorben

8. April 2016, 10:52
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Die Matratze des Buben hatte zu glosen begonnen, die Mutter konnte sich ins Freie retten

Wien – Ein sechsjähriger Bub ist in der Nacht auf Freitag in Wien-Donaustadt bei einem Brand in seinem Kinderzimmer ums Leben gekommen. Die Matratze des Kindes hat laut Feuerwehr zu glosen begonnen, das Kind dürfte durch die Rauchgase ums Leben gekommen sein. Die Mutter des Sechsjährigen konnte sich noch ins Freie retten. Aus welchem Grund die Matratze geglost hatte, war Freitagvormittag noch unklar.

Die Feuerwehr stellte eine punktförmige Erwärmung auf der Matratze fest, berichtete Sprecher Christian Feiler. Ob das Kind gezündelt hat oder ein elektronisches Gerät an dem Glosen schuld war, war noch Gegenstand von Ermittlungen.

Die 22-jährige Mutter des Kindes wachte gegen 3.00 Uhr auf und bemerkte den Brandgeruch. Sie informierte den 49-jährigen Großvater des Buben, der laut Polizei nur ein paar Gassen weiter wohnte. Die Frau versuchte noch, ihren Sohn zu bergen. Es fiel allerdings der Strom aus und die Rauchentwicklung war zu stark.

FI-Schalter gefallen

Dass in der Wohnung auch der Fehlerstrom-Schutzschalter – auch FI-Schalter genannt – gefallen war, könnte auf einen technischen Defekt hinweisen. Die giftigen Dämpfe durch die glosende Matratze dürften rasch zur Bewusstlosigkeit des Kindes geführt haben. "Zwei, drei Atemzüge Rauchgase eingeatmet, und man ist bewusstlos. Ein paar Atemzüge mehr und man kann ersticken", warnte Feuerwehrsprecher Feiler.

Das Kind wurde schlussendlich geborgen und vermutlich versuchten Nachbarn, den Buben zu reanimieren. Die Wiener Berufsrettung führten die Reanimationsmaßnahmen am Weg ins Krankenhaus weiter aus, sagte Sprecher Ronald Packert. Im Spital starb das Kind allerdings. Die 22-jährige Mutter wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ebenfalls in ein Krankenhaus gebracht. Sie stand unter Schock.

Das Kinderzimmer war durch den Ruß komplett schwarz. Die Matratze wurde durch die Feuerwehr ins Freie gebracht und dort gelöscht.

Die Brandermittler der Polizei haben ihre Arbeit aufgenommen, mit einem Ergebnis ist laut Polizeisprecher Christoph Pölzl in zwei bis drei Wochen zu rechnen. In dem Kinderzimmer wurde auch eine tote Katze gefunden. (APA, 8.4.2016)

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