Panama kündigt Gespräche mit OECD an

8. April 2016, 05:38
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Vizepräsidentin will automatischen Austausch von Finanzdaten vertiefen

Panama-Stadt – Panama will als Reaktion auf die "Panama Papers" die Gespräche mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) über den automatischen Informationsaustausch von Finanzdaten vertiefen. Das sagte Vize-Präsidentin Isabel De Saint Malo am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Sie habe in einem Gespräch mit OECD-Präsident Jose Angel Gurria vereinbart, "einen Dialog auf technischer Ebene" einzurichten", bei dem es insbesondere um den Informationsaustausch gehen solle.

Steuerparadies

Staatspräsident Juan Carlos Varela hatte unter dem Druck der Enthüllungen bereits am Mittwoch eine Expertenkommission eingesetzt, die den Weg zu "mehr Transparenz des Finanz- und Rechtssektors" aufzeigen soll. Panama ist ein Steuerparadies, weil es bisher den grenzüberschreitenden Automatischen Informationsaustausch (AIA) boykottiert. Nun wolle sein Land aber mit den OSCD-Staaten klären, welche Maßnahmen auf die "Panama Papers" folgen müssten, sagte Varela.

OECD-Generalsekretär Gurria hatte Panama am Dienstag scharf kritisiert. Das mittelamerikanische Land hinke im internationalen Vergleich "sehr weit hinterher", sagte Gurria nach einem Treffen mit den Vorsitzenden internationaler Wirtschafts- und Finanzorganisationen in Berlin, an dem auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel teilgenommen hatte. Panamas Vizeaußenminister Luis Miguel Hincapié wies die Vorwürfe als "unfair und diskriminierend" zurück. (APA, 8.4.2016)

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