Auch Ex-ÖVP-Chef Busek kritisiert Khols Wortwahl

7. April 2016, 17:34
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"Präfaschismus"-Debatte um Rolle Klestils

Wien – Stand Österreich im Jahr 2000 "knapp vor einer präfaschistischen Präsidentendiktatur"? Mit diesen Worten hatte VP-Kandidat Andreas Khol auf die Rolle des einstigen Staatsoberhauptes Thomas Klestil bei der damaligen Regierungsbildung angespielt. Dessen Sohn wehrte sich prompt in einem offenen Brief an den STANDARD: Khols "Verbalinjurien" seien "unobjektiv, unangemessen und falsch".

Der ehemalige Vizekanzler und ÖVP-Chef Erhard Busek, der Klestil im Jahr 1992 als Präsidentschaftskandidat quasi erfunden hatte, schlägt sich in der aktuellen Debatte auf die Seite des Sohnes: "Khols Wortwahl ist mehr als unpassend."

Über die Sinnhaftigkeit von Thomas Klestils Versuchen, eine schwarz-blaue Regierung im Gesamten zu verhindern, könne man streiten, sagt Busek, "letztlich war sein Verhalten aber ein Glück". Indem er den FPÖ-Ministeranwärtern Thomas Prinzhorn und Hilmar Kabas die Angelobung verweigerte, "hat Klestil Regierungsmitglieder verhindert, die Österreich international geschadet hätten". Spitzer Nachsatz: "Kholist der Falsche, der anderen präfaschistisches Verhalten vorwerfen sollte, wenn ich daran denke, wie stark er ordnungspolitisch orientiert ist."

Bundesbriefkasten

Sollte es Khol wirklich in die Hofburg schaffen, erwartet ihn – oder eben die Konkurrenz – bereits Post. Der Pen-Club platzierte am Donnerstag vor dem künftigen Amtssitz den sogenannten "Bundesbriefkasten". Jeder, der seine Erwartungen an das Staatsoberhaupt in Textform bringen möchte, soll diese postalisch übermitteln. Geht auch bei jedem anderen Briefkasten. Achtung, Porto! (jo, riss, 8.4.2016)

  • Anregungen auf altmodische Art: PEN-Club animiert zu Post an den neuen Präsidenten.
    foto: standard/matthias cremer

    Anregungen auf altmodische Art: PEN-Club animiert zu Post an den neuen Präsidenten.

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