"Sittenwächter" terrorisieren Einkaufszentren

7. April 2016, 17:30
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Bundeskriminalamt und Staatsschutz ermitteln gegen tschetschenische Jugendliche

Wien – "Es gibt viele Gründe, warum ich dich töten muss, doch der plausibelste Grund von allen ist, wie blöd du guckst." Mit derartigen Sprüchen macht eine tschetschenische Jugendbande aus Wien, die sich "Die Wölfe" nennt, derzeit soziale Internetseiten wie Facebook unsicher. Doch bei martialischen Sprüchen und Selfies mit Schusswaffen bleibt es nicht. Laut Polizei terrorisiert die Gruppierung auch Einkaufszentren wie die Millennium-City im 20. Bezirk.

Erst vor wenigen Wochen sollen dort in einem Café vier mutmaßliche Bandenmitglieder als islamische "Sittenwächter" aufgetreten sein und junge Frauen dazu aufgefordert haben, sich zu verhüllen und keinen Alkohol zu trinken. Als ein anderer Gast sich einmischte, wurde er zusammengeschlagen und schwer verletzt. Von dem Vorfall gibt es ein Video einer Überwachungskamera.

Nachfolger der Goldenberg-Bande

Aufgrund der außergewöhnlichen Brutalität und der islamistischen Bezüge wurden neben dem Landeskriminalamt auch Bundeskriminalamt und Staatsschutz eingeschaltet. Mittlerweile konnten die vier Verdächtigen ausgeforscht werden. Einer ist so jung, dass er – wie üblich im Jugendstrafrecht – gegen Gelöbnis aus der U-Haft entlassen werden musste.

Das Bundeskriminalamt vermutet, dass es sich um eine Nachfolgeorganisation der im Vorjahr zerschlagenen Goldenberg-Bande (ebenfalls tschetschenische Jugendliche) handelt. Alle aus der auf mindestens 20 Mitglieder geschätzten Gruppe seien Kampfsportler. "Wenn sie jemandem ,die Faust gegeben haben', wie sie es ausdrücken, gehen sie feiern", schildert ein Ermittler. Die Polizeipräsenz an den Hotspots wurde massiv erhöht. (simo, 8.4.2016)

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