Hundstorfer & Khol als letzte ORF-"Wahlfahrer": Männer ohne Plan B

Ansichtssache7. April 2016, 21:10
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Beim Dialektquiz, für das beide mit markanten heimischen Sprachvariationen konfrontiert wurden, schnitt der Tiroler Khol nur etwas besser ab als der Wiener Hundstorfer

Die Euphorie, mit der sich Rudolf Hundstorfer bei der letzten "Wahlfahrt" am Donnerstagabend auf ORF 1 durch die Berge fahren ließ, war enden wollend. Wie er die Entscheidung traf, als Präsidentschaftskandidat ins Rennen zu gehen, wollte Hanno Settele vom Exsozialminister der SPÖ wissen. "Entscheidung ist gefallen, Ministerium übergeben – und aus", fasste Rudi, wie ihn Genossen nennen, trocken zusammen, einen Plan B habe er nicht.

foto: orf

Andreas Khol wusste mehr zu erzählen: Man nutze da eine virtuelle Plattform als Familienrat. Nein, nicht Whatsapp: "Wir gehen in Telegram, weil das ist noch nie gehackkkkt worden" – da hörte man irgendwo in Tirol eine Axt ins Holz krachen. Jedenfalls rieten mindestens drei seiner Kinder zur Kandidatur. Als "Krönung des Lebens" – der Ehefrau.

Beim Dialektquiz, für das beide mit markanten heimischen Sprachvariationen konfrontiert wurden, schnitt der Tiroler Khol nur etwas besser ab als der Wiener Hundstorfer. Wer kann auch schon wissen, dass eine "Fettn" in Osttirol nicht Rausch, sondern Glück heißt?

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Beim Zitateraten lagen beide gut, obwohl viele Rote und Schwarze heute fast identisch reden wie einst Jörg Haider beim Anti-Ausländer-Volksbegehren. Nur ein Zitat seines "Lichtblicks" Sebastian Kurz verwechselte Khol glatt mit Haider, weil "so liberal" war Haider nicht!

Hundstorfer aber war sich ob der Forderung nach ausreichenden Deutschkenntnissen vor der Teilnahme am Regelunterricht sicher: "Des woa da Sebastian."

Die Frage, ob man eine FPÖ-Regierung angeloben würde, bejahten beide. Khol setzte nach, die FPÖ habe sich "zu einer Partei entwickelt wie alle anderen auch". Vielleicht war es ja umgekehrt. (Colette M. Schmidt, 7.4.2016)

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