James Blood Ulmer: Black Rock für Fortgeschrittene

7. April 2016, 17:18
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Der Jazz- und Blues-Musiker gastiert mit seinem Trio zweimal in Österreich

Der 1940 in South Carolina geborene James Blood Ulmer gehört zu den großen alten Männern des Jazz und Blues. Bereits bei seinen Auftritten in den vergangenen Jahren wirkte der Gitarrist und Sänger sehr gebrechlich, deshalb dürfte die Ankündigung, dass er heuer seine letzte Tournee durch europäische Clubs unternimmt, wohl ernst zu nehmen sein.

Jetzt gastiert Ulmer mit seinem Trio Freelancing zweimal in Österreich. Freelancing ist auch der Titel seines 1981 erschienenen vierten Soloalbums, des ersten, das vom Major Label Columbia veröffentlicht wurde. Es zeigte die raue wie die funky Seite des vielseitigen Gitarristen, der schon vor der Veröffentlichung seines Solodebüts Revealing (1977) eine zentrale Figur des New Yorker Undergrounds war.

Als Kind hatte er in einem Gospelchor gesungen, später tingelte er mit Souljazzkapellen durchs Land, bevor er 1971 in New York mit der avancierten Jazzszene in Kontakt kam – damals "elektrisierte" Miles Davis das Genre. Etwas später gehörte Ulmer zu Ornette Colemans Prime Time Band. Mit seinem Music Revelation Ensemble, zu dem neben Ronald Shannon Jackson auch John Zorn und Pharoah Sanders gehörten, spielte Ulmer 1980 das programmatische Album No Wave ein.

Immer gerieten Ulmers Projekte zu Grenzgängen zwischen Freejazz, Rock, abstraktem Freistil-Funk, Deltablues und orientalischen Klängen. Freelancing verspricht eine Rückkehr zum experimentelleren Sound der frühen Jahre. Schroffe und brutale Riffs treffen auf Westons Freefunk-Schlagzeug – der alte musikalische Wegbegleiter ist auch wieder dabei. Der dritte Free- lancer ist Bassist Jeremiah Hosea. (dog, 7.4.2016)

8. 4.: Salzburg, Jazzit, 0662/88 32 64, 20.30

9. 4.: Wels, Alter Schlachthof, 07242/672 84, 20.00

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