Der König, die Wölfe und das große Jammern

7. April 2016, 12:32
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In Madrid kennt man sich nach der Niederlage in Wolfsburg nicht so richtig aus. Trainer Zidane zündet Durchhalteparolen

Nach einer Niederlage kommen oft Tränen. "Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen. In der ersten Hälfte hatten wir große Probleme", beklagte sich Real-Trainer Zinedine Zidane nach der ersten Saisonniederlage in der Champions League. Der Favorit aus Madrid musste sich im Hinspiel beim Underdog Wolfsburg überraschend mit 0:2 geschlagen geben. Bei den "Königlichen" weiß man nciht so ganz wieso. "Wolfsburg hat gut begonnen. Mit diesem Spiel können wir nicht zufrieden sein." Der ehemalige Weltklasse-Spieler wirkte als Coach ratlos. "Wir müssen das analysieren", wiederholte Zidane immer wieder nach dem verlorenen Match.

Gleichzeitig war der 43-jährige Franzose aber auch davon überzeugt, dass der Aufstieg noch möglich ist. "Natürlich sind wir alle enttäuscht nach so einem Spiel. Aber wir dürfen uns jetzt nicht verrückt machen, noch ist nichts verloren. Uns bleiben noch 90 Minuten, um das Blatt zu wenden", mahnte "Zizou". "Aufholjagd ja oder ja", lautete deshalb auch der unmissverständliche Titel der spanischen Sportzeitung "Marca", die u.a. an den legendären 4:0-Heimsieg am 11. Dezember 1985 im UEFA-Cup-Achtelfinale gegen Borussia Mönchengladbach nach einem 1:5-Auswärtsdebakel erinnerte.

Es gab aber auch vernichtende Urteile: "Real ist der Spott in Europa", schrieb die Zeitung Sport. El Mundo Deportivo brachte die schwache Leistung der Millionenstars in drei Wörter zusammen: "Desaster, Katastrophe, Fiasko".

"Ätsch"

Bei den Wolfsburgern war die Stimmung besser: "Es haben uns wenige zugetraut, dass es so offen ist. Gestern wurde ich noch ausgelacht, als ich sagte, dass wir eine Chance haben", merkte Wolfsburg-Trainer Dieter Hecking mit breitem Grinsen an. "Ätsch Ronaldo! Das Wunder von Wolfsburg", titelte die "Bild"-Zeitung am Donnerstag. "Wolfsburgs Traum ist real", schrieb die Berliner Morgenpost. Am kommenden Dienstagabend (ab 20.45 Uhr) kann der VfL die Sensation gegen Superstar Cristiano Ronaldo und Co. im berühmten Estadio Santiago Bernabeu perfekt machen.

Wolfsburgs Coach Hecking sprach zwar von einer "guten Ausgangsposition", warnte naturgemäß aber auch vor übertriebener Euphorie. "Wir wissen, was uns da erwartet", betonte der 51-Jährige, der seinen Mannen zutraut, auch im Hexenkessel von Madrid bestehen zu können. "Wir sind in der Lage, ein Tor zu machen. Wir sind in der Lage, Real Madrid aus dem Wettbewerb zu werfen." (APA/red. 7.4.2016)

  • Auweh in Wolfsburg.
    foto: reuters/bimmer

    Auweh in Wolfsburg.

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