250 syrische Fabriksarbeiter verschwunden

7. April 2016, 14:10
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AFP: Arbeiter einer Zementfabrik seit Montag nicht mehr aufgetaucht – Drei Menschen in Türkei bei Artilleriefeuer aus Syrien verletzt

Damaskus – Bei einem Überfall auf eine Zementfabrik in der Nähe von Damaskus haben Kämpfer der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) möglicherweise hunderte Mitarbeiter als Geiseln genommen. Ein Sprecher des betroffenen Unternehmens Badijah sagte am Donnerstag, seit dem Überfall am Montag fehle von rund 250 Angestellten jede Spur.

Bewohner am Standort der Fabrik nahe der Kleinstadt Dmeir bestätigten die Angaben. "Seit dem IS-Angriff auf die Fabrik am Montagmittag können wir unsere Angehörigen nicht mehr erreichen", erklärte einer von ihnen. Die Familien fürchten, ihre Angehörigen könnten von der Terrormiliz entführt worden sein.

Die Badijah-Zementfabrik liegt vor den Toren von Dmeir rund 50 Kilometer von Damaskus entfernt. Dort hatte es in den vergangenen Tagen heftige Kämpfe gegeben. Syrische Regierungstruppen nahmen dabei IS-Aktivisten unter Beschuss, die in dem Ort Stellung bezogen hatten. Bei dem Beschuss durch die Regierungstruppen wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle 18 Zivilisten getötet.

Artilleriefeuer aus Syrien

In der türkischen Grenzstadt Kilis sind indes drei Menschen durch Artilleriebeschuss aus Syrien verletzt worden. Ein Haus im Zentrum der Stadt sei getroffen worden, sagten Sicherheitskräfte am Donnerstag. Die Geschosse seien von einem Gebiet aus abgefeuert worden, das von der IS-Miliz kontrolliert werde. Das türkische Militär habe als Reaktion auf den Beschuss Ziele des IS angegriffen, meldete der Nachrichtensender NTV Türk.

In der Stadt Kilis haben sich viele Flüchtlinge aus Syrien in Sicherheit gebracht. Erst vor einem Monat starben zwei Menschen, als Granaten in einem Wohngebiet nahe einer Schule einschlugen. Das Nato-Land Türkei ist nach vier Selbstmordanschlägen mit zahlreichen Toten in diesem Jahr in erhöhter Alarmbereitschaft. Für zwei dieser Anschläge wird der IS verantwortlich gemacht. (APA, 7.4.2016)

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