Hacking Team-Spyware in großen Teilen Südamerikas im Einsatz

7. April 2016, 09:43
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Neuer Bericht enthüllt, dass Behörden in Mittel- und Südamerika auf die Produkte der Firma setzen

Eine Vielzahl von Ländern in Mittel- und Südamerika soll eigene Bürger mit Software des italienischen Hacking Team ausspionieren. Das wurde nun in einem Report der Nichtregierungsorganisation Derechos Digitales enthüllt. Die Software soll in Brasilien, Chile, Kolumbien, Ecuador, Honduras, Mexiko und Panama im Einsatz sein. Außerdem sollen Argentinien, Guatemala, Paraguay, Uruguay und Venezuela mit dem Überwachungsunternehmen verhandelt haben.

Überwachung von Dissidenten

In vielen Staaten fehlt allerdings der rechtliche Rahmen, um Bürger ohne richterlichen Beschluss auszuspionieren. "In vielen Fällen richtet sich die Überwachung gegen Mitglieder der Oppositionsparteien, Aktivisten oder Dissidenten", steht im Report von Derechos Digitales. In Mexiko sollen Behörden die Software erworben haben, die gesetzlich gar keine Befugnisse zu Überwachungszwecke erhalten. Der Bericht sorgt laut Buzzfeed momentan für große Aufregung in den betroffenen Staaten.

Massiver Leak

Das Hacking Team steht für den Handel mit autoritären Regimen schon lange in der Kritik. Nach einem massiven Leak waren die Geschäftspraktiken offenbart, darauf stützt sich auch der Report von Derechos Digitales. Wie Netzpolitik.org berichtet, muss das Unternehmen nun jeden Export außerhalb Europas mit der italienischen Regierung abklären. Derartige Regulierungen können allerdings durch die Nutzung von Zwischenhändlern umgangen werden – eine Praxis, die das Hacking Team bereits in der Vergangenheit angewandt hat. (red, 7.4.2016)

  • Zahlreiche Oppositionspolitiker sollen überwacht worden sein (Symbolbild)
    foto: reuters/ruvic

    Zahlreiche Oppositionspolitiker sollen überwacht worden sein (Symbolbild)

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