1.300 Dollar für Steam-Games: US-Politiker gab Kampagnengelder für Videospiele aus

7. April 2016, 09:30
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Untersuchung wegen Einkäufen auf der PC-Spiele-Plattform

Der republikanische kalifornische Kongressabgeordnete Duncan Hunter sieht sich mit einer Untersuchung der Federal Election Commission (FEC) konfrontiert, nachdem er Kampagnengelder in der Höhe von 1.302 Dollar für PC-Spiele auf der Online-Plattform Steam ausgegeben haben soll, berichtet San Diego Union-Tribune.

Hunter wies die Anschuldigungen zurück und erklärte, sein Sohn habe die Kreditkarte für Einkäufe auf Steam genutzt. Danach seien weitere, unautorisierte Transaktionen mit den Zahlungsdaten durchgeführt worden. In der Finanzerklärung für 2015 sind die Ausgaben als "persönliche Ausgaben, die zurückgezahlt werden" deklariert.

Betrug?

Wie die 68 Einzeltransaktionen im vergangenen Herbst genau zustande kamen und, ob einige davon auch im Zuge eines Datendiebstahls getätigt worden sind, soll die Untersuchung klären. Bis dahin werde Hunter das Geld jedenfalls noch nicht zurückzahlen, heißt es von Seiten des Sprechers des Kongressabgeordneten.

Dass US-Politiker Kampagnengelder für private Ausgaben anzapfen, kommt immer wieder vor. Wenngleich das US House Ethics Committee dies nicht gerne sieht, ziehen solche Fälle nicht dramatische Konsequenzen nach sich, solange die Gelder wieder zurückgezahlt werden.

Videospiele verteidigt

Dass es dieser Fall in die Medien schaffte, könnte auch daran liegen, dass Hunter in der Vergangenheit mehrfach Computerspiele verteidigte, wenn es um die Ursachensuche nach Amokläufen Jugendlicher ging. In einem Kommentar auf der Seite Politico schrieb er beispielsweise, dass die "Verurteilung von Videospielen als Kern dieses Problems nicht mehr als eine Ablenkung von größeren Herausforderungen ist, die aus schlechter Erziehung und weit offensichtlicheren Gewaltauslösern resultieren." (zw, 7.4.2016)

  • Duncan Hunter
    foto: ap photo/carolyn kaster

    Duncan Hunter

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