Privat-staatliches Hilfspaket für Italiens Banken

7. April 2016, 13:41
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Ehe die EZB Italiens Banken einen Abbauplan für faule Kredite diktiert, hat Rom mit Banca d'Italia und Privatbanken ein öffentlich-privates Hilfsprogramm aufgestellt

Damit die Krise der Banken Italiens nicht zur "Systemkrise" ausartet, hat Regierungschef Matteo Renzi überraschend einen Finanzgipfel einberufen. Zentralbankchef Ignazio Visco, Finanzminister Pier Carlo Padoan, Unicredit-Chef Federico Ghizzoni und sein Kollege von Banca Intesa Sanpaolo, Carlo Messina, waren u. a. mit von der Partie. Befürchtungen, die EZB könnte für Italiens Banken einen detaillierten Plan zum Abbau fauler Kredite (non-performing loans, NPL) präsentieren, lösten zuletzt erneut einen Tsumani bei Bankwerten an der Börse aus. Insgesamt belaufen sich die Ausfallkredite auf rund 200 Milliarden Euro.

Unicredit soll helfen

Nun sollen die Problembanken eine öffentlich-private Bankenhilfe bekommen. Im Detail steht das Hilfsprogramm noch nicht fest. Sicher scheint aber, dass etwa die halbstaatliche Cassa depositi e prestiti sich nicht nur an Monte dei Paschi beteiligen könnte, sondern auch Unicredit mithelfen soll. Die Bank-Austria-Mutter hat die Garantie für die 1,75 Mrd. Euro schwere Kapitalerhöhung von Banca Popolare di Vicenza übernommen. Da Unicredit befürchtet, dass die durch Misswirtschaft in Schwierigkeiten geratene Volksbank kaum Investoren anzieht, soll die Kapitaloperation nicht nur sie, sondern auch CDP garantieren. Eine ähnliche Schützenhilfe ist bei Banco Veneto im Volumen von einer Milliarde Euro vorgesehen. Für sie wird Banca Intesa geradestehen. Außerdem sollen privat-öffentliche Investoren, etwa Bankstiftungen, nicht nur NPLs übernehmen, sondern auch bei den Kapitalerhöhungen mitmachen. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, 7.4.2016)

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