Wiens Beamte gehen früh in Pension

7. April 2016, 05:30
295 Postings

Das Antrittsalter liegt bei rund 58 Jahren – Bei Bundesbeamten ist es um drei Jahre höher

Wien – Die Wiener Beamtinnen und Beamten gehen zu früh in Pension. Dieser Kritik muss sich die Stadt Wien seit Jahren aussetzen. Aktuelle Zahlen aus 2015 zeigen, dass die Stadt nach wie vor Aufholbedarf hat.

In einer Anfragebeantwortung von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ), die dem STANDARD vorliegt, zeigt sich, dass im Jahr 2015 nur 97 Personen – darunter Beamte des Magistrats sowie Beamte der ausgelagerten Unternehmungen Wien Kanal, Wiener Wohnen oder Krankenanstaltenverbund (KAV) – zum Regelalter in Pension gingen, hingegen 408 Personen wegen Dienstunfähigkeit oder Organisationsänderung.

Das seit Jahren kontrovers diskutierte Pensionsantrittsalter der Wiener Beamtinnen und Beamten bleibt niedrig. Es lag 2015 bei durchschnittlich 57,94 Jahren (2014: 57,41 Jahre). Zum Vergleich: 2015 lag es bei Beamten im Bundesdienst bei 61,2 Jahren, nach 60,9 Jahren im Jahr 2014.

Immerhin sind auch in Wien leichte Steigerungstendenzen zu erkennen. 2010 lag das durchschnittliche Pensionsantrittsalter der Beamtinnen und Beamten noch bei 56,79 Jahren.

"Stille Maßnahmen"

Häupl zeigte sich im Gespräch mit dem STANDARD nicht ganz zufrieden mit dem Umstand, dass das Wiener Beamtenpensionsalter von 2014 auf 2015 nur leicht gestiegen ist: "Wir sind auf dem richtigen Weg. Aber mag sein, dass wir noch nicht mit dem notwendigen Tempo unterwegs sind. Wir wollen das Pensionsalter nahe an das gesetzliche heranführen."Häupl auf die Frage, was Wien zu tun gedenke, um die Dynamik hin zu einem höheren Antrittsalter schneller zu steigern: "Wir setzen stille Maßnahmen." Was er damit genau meint, wollte der Bürgermeister auf Nachfrage jedoch nicht sagen.

Kritik von Neos

Die Neos, die die Anfrage an Häupl gestellt hatten, sind der Meinung, für die langsame Anhebung des Pensionsantrittsalters sei die Weigerung der Stadt Wien verantwortlich, die von Schwarz-Blau 2004 beschlossene Pensionsreform unmittelbar umzusetzen. "Das durchschnittliche Pensionsantrittsalter von kaum 58 Jahren ist für die Stadt Wien beschämend", sagt der Abgeordnete Christoph Wiederkehr. Die Stadtregierung sei "nicht in der Lage", die Beamten länger in Beschäftigung zu halten. (rwh, 6.4.2016)

  • Teilansicht des Wiener Rathauses. Die Mitarbeiter gehen nach wie vor oft zu früh in Pension.
    foto: apa/herbert neubauer

    Teilansicht des Wiener Rathauses. Die Mitarbeiter gehen nach wie vor oft zu früh in Pension.

Share if you care.