Gucci-Werbung verboten

7. April 2016, 11:05
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In Großbritannien wurde die Verbreitung eines Kampagnenbildes des italienischen Modehauses Gucci wegen eines zu dünnen Models verboten.

Wenn es um die Inszenierung von Models geht, schaut die britische Werbeaufsichtsbehörde ASA ganz genau hin. Jetzt ließ sie ein Sujet des italienischen Labels Gucci mit einem besonders dünnen Model verbieten. Der Spot war im Dezember auf der Homepage der "Times" gezeigt worden.

Das Unternehmen, das zum Kering-Konzern gehört, hatte gerade erst verkündet, Männer- und Frauen-Shows künftig zusammenzulegen und weibliche und männliche Models gemeinsam auftreten zu lassen.

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In der Kampagne von Glen Luchford für Gucci ist besagtes Model in einem wadenlangen gestreiften Kleid tanzend zu sehen

Das Thema Magermodels steht in vielen europäischen Ländern auf der Agenda. Spanien verbannte 2006 Models unter einem Mindest-BMI (Body-Mass-Index) von den Laufstegen, Italien zog kurz darauf nach. In Israel verabschiedete das israelische Parlament 2012 ein Gesetz, das Models dazu verpflichtet, alle drei Monate mit einer ärztlichen Bescheinigung nachzuweisen, dass ihr BMI nicht unter nicht unter der von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Norm von 18,5 liegt. Im letzten Jahr hatte Frankreichs Parlament ein Gesetz beschlossen, das untergewichtige Models vom Laufsteg verbannen soll. Großbritannien überlegt nachzuziehen.

Nicht das erste Mal schreitet die Aufsichtsbehörde ein. Und das aus den unterschiedlichsten Gründen. 2015 wurde ein Kampagnen-Foto des französischen Modehauses Saint Laurent verboten, das ein dünnes, am Boden liegendes Model zeigte. Im selben Jahr hatte die ASA bereits eine Kampagne von Miu Miu untersagt, die die 22-jährige Schauspielerin Mia Goth in Lolita-Posen zeigte, 2011 wurde die Vervielfältigung eines Bildes der Schauspielerin Hailee Steinfeld untersagt. Die damals 14-jährige wurde auf einem Bahngleis sitzend inszeniert. Das sei eine gefährliche Situation für eine Minderjährige, hieß es damals.

Vor wenigen Tagen hatte sich das Unternehmen Gap nach Rassismus-Vorwürfen für eine Kinder-Kampagne, die in Kooperation mit der Moderatorin Ellen DeGeneres entstanden war, entschuldigt. (red, 7.4.2016)

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