Website soll Spitals-Therapieangebot transparenter machen

6. April 2016, 15:56
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"kliniksuche.at" mittels Beschluss durch Bundeszielsteuerungskommission freigegeben

Wien – Die Website "kliniksuche.at" soll in Zukunft in Österreich die Therapieangebote im Spitalsbereich transparenter machen. Die Bundeszielsteuerungskommission für die Gesundheitsreform von Bund, Bundesländern Ländern und Sozialversicherung beschloss am Mittwoch die Freigabe für die Öffentlichkeit. Es geht vorerst vor allem darum, die Anbieter für geplante Eingriffe samt Kriterien publik zu machen.

"Die neue Website bietet qualitätsgesicherte Information und transparente Kriterien für Krankenhausaufenthalte", wurde Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) in einer Aussendung zitiert. Mit dem Service kommt man einer seit langem von Patientenvertretern geäußerten Forderung nach.

Von Geburt bis Mandel-OP

Die Website bietet neutrale Informationen darüber, in welchen Krankenhäusern bestimmte Krankenbehandlungen wie häufig und unter welchen Bedingungen angeboten werden. Die neue Informationsplattform bietet in einem ersten Schritt Auskunft über jene Behandlungen, für die qualitätsgesicherte Daten zur Verfügung stehen. Konkret sind das Gallenblasen-, Gebärmutter- und Schilddrüsen-Entfernungen, Geburten, das Einsetzen von Herzschrittmachern, Hüftprothesen und Knieprothesen sowie Behandlungen von Leistenbrüchen und Mandeloperationen.

Je Themengebiet sind folgende Informationen verfügbar: Anzahl behandelter Fälle im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, Kriterien für den Aufenthalt (z.B. Verweildauer, Tagesklinik, Operationstechnik) und allgemeine Kriterien zum Krankenhaus (z.B. ob es Patientenbefragungen in der Institution gibt oder ob Meldesysteme für im Krankenhaus erworbene Infektionen vorhanden sind).

"Anhaltspunkte für Entscheidung"

"Die Website kann den Patientinnen und Patienten Anhaltspunkte geben, was aus ihrer Sicht für bzw. gegen ein bestimmtes Krankenhaus spricht. Die letztendliche Entscheidung, in welchem Spital die Behandlung durchgeführt wird, sollte aber immer unter Abwägung der persönlichen Voraussetzungen und in Absprache mit dem behandelnden Arzt getroffen werden", erklärte der Salzburger Gesundheits- und Spitalsreferent Christian Stöckl..

Sucht man beispielsweise den Punkt einer geplanten Operation wegen eines künstlichen Hüftgelenks auf, werden alle Spitäler, die solche Eingriffe durchführen, für die gewählte Stadt bzw. Region angeführt. Zahl der Eingriffe im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, durchschnittliche Aufenthaltsdauer in der Klinik, Vorhandensein von Patientenbefragungen, Beschwerdemanagement, Risiko-, Entlassungs- und Operationsmangement werden verzeichnet. Hinzu kommt die Information, ob ein Meldesystem für im Krankenhaus erworbene Infektionen existiert. Die Datengrundlagen für kliniksuche.at sind Routinedaten der Krankenanstalten-Abrechnung sowie die Informationen der Plattform "Qualitätsberichterstattung" der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG). Informationen über die Wartezeiten auf die Eingriffe sind allerdings nicht enthalten. (APA, 6.4.2016)

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