Tiger gelten in Kambodscha nun als ausgestorben

6. April 2016, 14:38
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WWF nennt Wilderei als Hauptursache

Phnom Penh – Nachdem vor fast zehn Jahren letztmalig ein Tiger in Kambodscha gesichtet wurde, ist die Großkatze nun erstmals auch von Naturschützern für ausgestorben erklärt worden. "Es gibt heute keine Tiger-Population mehr in Kambodscha, sie sind ausgestorben", erklärte der WWF. Hauptgrund dafür sei die Wilderei – also die illegale Jagd sowohl von Tigern als auch ihrer potenziellen Beute.

Kambodschas Wälder waren lange Zeit die Heimat beachtlicher Tigerpopulationen. Die Tiere gehörten zur Unterart des Indochinesischen Tigers (Panthera tigris corbetti), der heute hauptsächlich noch in Thailand vorkommt. Die Gesamtpopulation dieser Unterart in mehreren südostasiatischen Ländern beläuft sich nur auf wenige hundert Tiere. In Kambodscha war letztmalig ein Tiger im Jahr 2007 gesichtet worden: Er wurde von einer versteckten Kamera in der Provinz Mondulkiri ganz im Osten des Landes aufgenommen.

Die Regierung in Phnom Penh hatte im vergangenen Monat einen Plan zur Wiederansiedlung der Tiere vorgestellt. Demnach soll in einem riesigen Waldgebiet in Mondulkiri ein stark bewachtes Schutzgebiet eingerichtet werden. Zunächst sollen dort zwei männliche und fünf oder sechs weibliche Tiere ausgesetzt werden. Tierschützer begrüßten den Plan. (APA, red, 6. 4. 2016)

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