"Crossing Europe": Flucht und Europas Zustand im Fokus

6. April 2016, 13:12
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162 Filme von 20. bis 25. April in Linz – Tschechische Dokumentarfilmerin Helena Trestikova als Tribute-Gast

Linz – Flucht, Migration und der Zustand Europas sind zentrale Themen im diesjährigen Programm des Internationalen Filmfestivals "Crossing Europe" von 20. bis 25. April in Linz. Daneben widmen sich etliche der 162 Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme aus 35 Ländern auch den bewährten Themen der zum 13. Mal stattfindenden Veranstaltungsreihe: Erwachsenwerden, Arbeit, ökonomischen oder sozialen Krisen.

"Crossing Europe" wartet mit 123 Premieren, davon 28 Weltpremieren, auf. Sechs in Österreich erstmals zu sehende Filme stehen am Eröffnungsabend auf dem Programm, u. a. die österreichische Doku "Mein Name ist. Ich bin.", in der sieben afghanische Asylwerber über ihren Neuanfang in Neuhofen an der Krems berichten – für Intendantin Christine Dollhofer "ein wichtiges Signal, wofür Crossing Europe steht".

Flucht und Heimat

Ebenfalls politisch hoch aktuell ist der "Cinema Next Europe"-Openerspielfilm "Heimatland/Wonderland", in dem sich eine Fluchtbewegung in der Schweiz bildet. Wie dieses Beispiel zeigt, haben viele Filmschaffende erstaunlich schnell auf die Zuspitzung der Flüchtlingssituation in Europa reagiert.

Neben den drei Wettbewerbssektionen (Competition Fiction, Competition Documentary und Competition Local Artists) sind auch heuer wieder die Schienen "Arbeitswelten" – diesmal zum Thema Bildung – sowie "European Panorama Fiction & Documentary" und die dem Fantastischen verpflichtete "Nachtsicht" mit im Programm. Die heuer zum zweiten Mal präsentierte Reihe "Cinema next Europe" widmet sich unter dem Titel "Heimatland/Wonderland" der Definition von Heimat.

Helena Trestikova zu Gast

Diesjähriger Tribute-Gast ist die tschechische Dokumentarfilmerin Helena Trestikova, Spezialistin für filmische Langzeitstudien, die 16 Arbeiten mit im Gepäck hat. Bereits bei der Eröffnung wird der Streifen "Mallory" zu sehen sein, in dem sie eine Drogenabhängige 13 Jahre lang auf ihrem beschwerlichen Weg zurück in ein einigermaßen bürgerliches Leben begleitet hat.

Viele der bei Crossing Europe am Programm stehenden Filme wurden auf Festivals bereits ausgezeichnet, werden aber wohl dennoch keinen Platz im kommerziellen Kinobetrieb finden. Nicht zuletzt deswegen lockt das Festival jährlich an die 700 Film-, Presse- und Branchengäste aus dem In- und Ausland an. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln – wie zuletzt auch heuer wieder rund 500.000 Euro – ist Intendantin Dollhofer "in Zeiten, wo Kulturbudgets gekürzt werden", zufrieden. (APA, 6.4.2016)

"Crossing Europe" von 20. bis 25. April in Linz

www.crossingeurope.at

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