Deutschland: Über ein Drittel der Verlage setzt auf Paid Content

6. April 2016, 13:07
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Mehrheit der Portale bietet kombinierte Lösungen aus Gratis- und Bezahlinhalten

Digitale Bezahlinhalte (Paid Content) entwickeln sich in Deutschland weiter zum Branchenstandard und zu einer wachsenden Erlösquelle. Die ergab eine Erhebung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), wonach aktuell 120 der insgesamt 344 Tageszeitungsverlage in Deutschland Paid Content anbieten. "Die zunehmende Mobile-Nutzung hat auch die Einführung von Paid Content im Netz befördert. Der App-Markt hat eine neue Bezahlkultur angeregt", so BDZV-Digital-Experte Holger Kansky. Bezahlte Apps hätten von Beginn an neben kostenlosen Angeboten existiert. Davon hätten auch journalistische Angebote profitiert.

Bisher greifen die Verlage bei Paid Content auf vier verschiedene Varianten zurück: Neben den "harten" Bezahlschranken, bei denen ausschließlich zahlende Kunden Zugriff auf die Inhalte bekommen, gibt es Freemium-Modelle, bei denen Premium-Inhalte kostenpflichtig sind, alles Übrige jedoch frei zugänglich ist. 55 Prozent der Verlage bieten solche kombinierten Lösungen an. Das Metered-Model nutzen 38 Prozent der Unternehmen. Hier wird die Nutzung erst kostenpflichtig, wenn der User eine bestimmte Anzahl freier Zugriffe im Monat überschreitet.

Auf das Spenden-Modell, bei dem die Nutzer um eine freiwillige Zahlung gebeten werden, setzen bisher mit der "taz" und dem "Neuen Deutschland" zwei Verlage. Bereitschaft, ihre Inhalte in Content-Aggregatoren wie etwa Blendle einzubringen, besteht laut deutschem Zeitungsverlegerverband bei 48 Prozent der Verlage.

In Österreich setzt bis jetzt erst das Onlinemedium NZZ.at auf ein digitales Abomodell. Mit Einzelartikelverkauf aus Printtiteln experimentieren beispielsweise "Profil" und "Falter". (APA, red, 6.4.2016)

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