Kinderreha-Standorte sollen bis Ende Juni feststehen

6. April 2016, 10:47
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Auf Finanzierung hatte man sich schon im Sommer 2014 geeinigt – Ausschreibungsverfahren läuft aber noch

Wien – Noch Ende des Jahres 2015 hätten die Standorte für die Kinderreha-Zentren in Österreich fixiert sein sollen. Ende November kam dann seitens des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger das Eingeständnis, dass dieses Ziel verfehlt wird – wie man heute weiß, nicht nur knapp. Denn nach wie vor ist offen, wo es Anlaufstellen eigens für Kinder und Jugendliche geben wird, die etwa nach einer langen Krebserkrankung eine Reha brauchen.

Es laufe noch Phase zwei des Ausschreibungsverfahrens, hieß es nun auf STANDARD-Nachfrage beim Hauptverband. Spätestens Ende Juni solle aber im Hauptverband der Beschluss fallen, welche Anbieter den Zuschlag erhalten.

Demnach ist nach wie vor auch nicht klar, wieviele Standorte es geben wird, da elf Behandlungspunkte einzeln ausgeschrieben wurden und sich die Anzahl der Einrichtungen nach den Angeboten der Bewerber um die Zentren richtet.

Finanzierung steht seit Sommer 2014

Bereits im Sommer 2014 hatten sich Länder und Sozialversicherung auf die Finanzierung geeinigt. Wobei Experten, etwa vom Netzwerk Kinder- und Jugendrechte, bereits viele Jahre zuvor eigene Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Reha-Bedarf gefordert hatten. In Deutschland gibt es laut Initiative Kinderreha rund 8000 Betten in über 70 eigenständigen Einrichtungen für Kinder und deren Familien.

Auch auf den genauen Umfang hatte man sich Mitte 2014 verständigt: Geplant sind Reha-Zentren für Kinder und Jugendliche mit insgesamt 343 Betten zuzüglich 50 Betten für Angehörige. "Daran hat sich nichts geändert", hieß es aktuell vom Hauptverband. Mehr könne man über das laufende Verfahren nicht verraten. Der Großteil des Geldes zur Finanzierung der Kinderreha-Zentren in Höhe von 33 Millionen Euro pro Jahr im Vollausbau kommt von der Sozialversicherung, die Länder übernehmen pauschal 8,5 Millionen Euro jährlich.

"Unhaltbare Situation"

Die Initiative Kinderreha übt Kritik an den Verzögerungen: "Kinder und Jugendliche brauchen im Bereich der medizinischen, psychologischen und pädagogischen Begleitung spezifisch ausgebildete Ärzte in eigenen Einrichtungen", kritisiert deren Präsident Markus Wieser, der auch Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich ist, in einer Aussendung. Die derzeitige Situation, in der sich Kinder oft gemeinsam mit 50- bis 80-Jährigen rehabilitieren müssten, weil es noch keine passenden Zentren gibt, sei unhaltbar, ergänzte Wieser. (Gudrun Springer, 6.4.2016)

  • In Österreich fehlt es noch an Einrichtungen mit kindergerechter Umgebung für Kinder, die zum Beispiel lange Krankheiten hinter sich haben.
    foto: corn

    In Österreich fehlt es noch an Einrichtungen mit kindergerechter Umgebung für Kinder, die zum Beispiel lange Krankheiten hinter sich haben.

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