Sanierungsbereitschaft in Österreich sinkt

5. April 2016, 15:04
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Nachfrage nach Wärmedämm-Verbundsystemen ging seit 2012 um 20 Prozent zurück

Das Marktforschungsunternehmen Kreutzer, Fischer & Partner (KFP) hat erhoben, dass die Nachfrage nach Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) in Österreich seit Jahren schrumpft. 2015 ging die Nachfrage um 6,6 Prozent gegenüber 2014 zurück. Weil der Wettbewerb zunehmend preisaggressiver werde, seien die Herstellererlöse sogar um fast zehn Prozent zurückgegangen, von 170 auf nunmehr 153,6 Millionen Euro.

Ungünstige Rahmenbedingungen

"Seit 2012 hat der Markt rund zwanzig Prozent seines seinerzeitigen Volumens verloren", heißt es in der Marktanalyse weiter. Damals wurden noch 191,5 Millionen Euro mit Wärmedämmverbundsystemen umgesetzt.

Ursache für den Abwärtstrend sei einerseits "die anhaltend sinkende Sanierungsbereitschaft" der Bevölkerung, wobei wegen der aktuell niedrigen Energiekosten auch die Rahmenbedingungen "besonders ungünstig" seien. Allerdings würden die Hersteller auch "von sich aus wenig unternehmen, um das Interesse an einer neuen Fassade zu erhöhen". Insbesondere in der Öffentlichkeitsarbeit der Hersteller orten die Marktanalysen Verbesserungspotenzial.

Dass die Regierung heuer, wie berichtet, die Mittel für die "Sanierungsscheck"-Aktion halbiert hat, ist hier natürlich auch nicht gerade förderlich. Solche Maßnahmen seien eben genau die "falschen Signale", wurde erst vor wenigen Tagen auf einer Fachveranstaltung neuerlich kritisiert. Die Sanierungsrate in Österreich sei weiterhin viel zu gering, um die Ende 2015 in Paris vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. (red, 5.4.2016)

  • Durch die niedrigen Energiekosten sind die Rahmenbedingungen für Wärmedämmverbundsysteme derzeit besonders ungünstig.
    foto: apa/fohringer

    Durch die niedrigen Energiekosten sind die Rahmenbedingungen für Wärmedämmverbundsysteme derzeit besonders ungünstig.

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