Geld für Spielerberater: Deutsche Liga packt aus

Infografik5. April 2016, 14:44
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Erstmals wurden die Ausgaben der Klubs für Berater veröffentlicht – Überraschung: Bayern München steht nicht an der Spitze

Hamburg – Der deutsche Fußball hat ein bisher bestens gehütetes Geheimnis gelüftet: Wie viele Millionen streichen die Berater wirklich ein, wenn Transfers abgewickelt oder Verträge verlängert werden? Allein die 18 Bundesligisten zahlten laut Angaben der Deutschen Liga und des Deutschen Fußball-Bundes zwischen dem 15. März 2015 und 15. März 2016 127,73 Millionen Euro an Provisionen und Honoraren an Spielervermittler.

Schalke zahlt am meisten

Laut Statistik hat Schalke 04 mit 16.860.333 Euro noch vor Bayern München (16.663.250) am meisten in den vergangenen zwei Transferperioden an Berater überwiesen. "Die Tabelle erweckt einen falschen Eindruck. Nicht nur die Honorare bei Spielerkäufen tragen zu der Summe bei, sondern auch die Provisionen bei Vertragsverlängerungen und bei Spielerverkäufen", sagte Schalke-Manager Horst Heldt.

Rund 80 Prozent der 127,73 Millionen Euro sollen an nur zehn Prozent der Berater geflossen sein. Einige große Player sind besonders gut vernetzt und im Geschäft. "SportsTotal" hat viele Stars unter Vertrag, darunter Weltmeister Mario Götze (FC Bayern) und Marco Reus (Borussia Dortmund). Aber auch "Rogon" und "Arena 11" gelten als große Marken. In der Regel kassieren die Berater ungefähr zehn Prozent der Transfersumme oder vom Jahresverdienst bei einer Vertragsverlängerung.

Kritik an Spielberatern

Die Anzahl der Berater hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht, viele nicht Lizenzierte drängen in den Markt – oft haben heute schon Zwölfjährige einen Berater. Der VfB Stuttgart überlegte sogar schon, sein Trainingsgelände für Berater zu sperren. Trainer Christian Streich vom Zweitligisten SC Freiburg kritisierte einmal, seine Spieler würden "angeboten wie auf dem Viehmarkt", er beklagte "üble Mechanismen".

Nicht selten ist in der Branche hinter vorgehaltener Hand auch von Kickback-Zahlungen, die die Klubmanager erhalten, die Rede. Dabei verpflichten die Vereinsvertreter Spieler über Wert und erhalten dafür vom Berater unter der Hand einen Teil der Provision zurück.

Kampf um den Ruf

Thomas Kroth, Präsident der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV), kämpft seit Jahren gegen den schlechten Ruf seiner Branche. Es gebe seriöse Berater, professionelle Karrieremanager, die sich bei Bedarf rund um die Uhr um ihre Klienten kümmern. Aber wie überall natürlich auch Schwarze Schafe, die so schnell wie möglich viel Geld scheffeln wollen. Da seien auch die Vereine gefordert. "

Man muss sich aufseiten der Klubs fragen, mit wem man sich an einen Tisch setzt", sagte Kroth einmal: "Die Klubs müssten auch mal Nein sagen und den Berater vor die Tür setzen, wenn er nicht seriös ist." (sid, 5.4.2015)

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