Orange Wines finden immer mehr Anhänger

Kolumne14. April 2016, 12:36
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Vor kurzem noch verpönt, heute plötzlich State of The Art

Es ist zu einer regelrechten Epidemie geworden. Kaum ein Winzer, der nicht seine neueste Errungenschaft anpreist: "Einen Orange Wine hätt' ma auch noch im Programm!" So mancher, der unlängst noch gegen das "fehlerhafte Zeug" wetterte, als sei es vom Leibhaftigen gekeltert, gibt sich neuerdings liberal: Was gestern noch als Weinschändung galt, ist heute plötzlich State of The Art.

Woher diese Kehrtwendung? Einige Neo-Orangewinzer sind nun doch noch rasch auf jenen Zug aufgesprungen, den sie bislang als modische Entartung geißelten. Offenbar wollen sie ihre Produktpalette erweitern – nach dem bewährten Rezept: Aus jedem Dorf ein Hund.

Modefarbe

Und da "Orange" im Gegensatz zu "Natural" letztlich nur eine Methode der Weinbereitung ist, braucht sich dabei auch keiner aus dem Fenster zu lehnen: Man muss nicht biologisch arbeiten, darf Reinzuchthefen verwenden, bis zum Abwinken schwefeln und auch sonst alles im Keller veranstalten, was lustig ist.

Maischegärung hat in manchen Regionen eine lange Tradition und ist eine überaus spannende Art geschmackliche Grenzen aufzubrechen. Sinn macht die Methode aber nur, wenn sie zur gesamten Stilistik des Weinguts passt, wenn eine Idee dahintersteht und es nicht nur um eine neue Modefarbe geht. (Christina Fieber, RONDO, 14.4.2016)

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