Brownie sein: Bräune aus der Tube

13. April 2016, 09:04
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UV-Strahlung macht alt, und Sonnenstudios fördern Hautkrebs. Eine Option ist Bräune aus der Tube. Das funktioniert, und zwar richtig gut

Es gibt Themen, die polarisieren. Die Frage Bräunungscreme oder nicht spaltet auf Äußerlichkeiten Wert legende Menschen sofort in zwei Lager. Die einen finden Selbstbräunung toll. "Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie schlecht ich ohne aussehen würde", sagen sie vor allem jetzt gegen Ende des Winters. Und holen sich die Bräune alle paar Tage aus dem Tiegel.

Bei der anderen Fraktion sträuben sich schon beim Gedanken die Nackenhaare. Man warnt eindringlich: "Ich habe so fürchterlich ausgesehen wie ein Bluthochdruckpatient kurz vorm Infarkt – dunkelorange, mach das ja nicht", warnen sie auch deshalb, weil sich diese Art von Farbe nicht abwaschen lässt.

Der Brite James Read kennt diese Art von Geschichten und gibt sie sogar selbst zum Besten – bei der Präsentation seiner Bräunungskosmetik, die es ab sofort in den Parfümerien von Nägele und Strubell geben wird. "Die schlimmen Selbstbräunungsgeschichten sind fast immer solche von vor ein paar Jahren, heute passieren Bräunungskatastrophen kaum mehr", sagt er und wirft ein "Look at me!" hinterher. Und tatsächlich, orange ist er überhaupt nicht.

Seine Produkte riechen auch nicht schlecht ("Sagt auch mein Boyfriend"), außerdem gäbe es eine breite Auswahl. Bräunungscremen für nachts ("Sie färben die Bettwäsche nicht"), für tagsüber mit Sonnenschutzfilter und ohne, für den Körper, fürs Gesicht, als Spray, Emulsion oder Gel.

Chemie soll stimmen

Und tatsächlich: Nicht nur bei James Read, sondern im Selbstbräunungssegment allgemein wurde an den zwei großen Mängeln der Produkte gefeilt. Selbstbräunungscremen rochen immer ein bisschen unangenehm, was am Wirkstoff Dihydroxyaceton (DHA) liegt. Diese Zuckerverbindung reagiert mit den Proteinen der obersten Hautschicht und färbt sie dunkel. Das hat einen ganz eigenen, süßlichen Geruch.

Je dicker diese sogenannte Hornschicht ist, umso stärker färbt sich die Haut. Das ist auch der Grund dafür, warum man vor dem Auftragen von Selbstbräunern grundsätzlich ein Peeling machen sollte, das diese oberste Hornschicht etwas ebnet – bildlich gesprochen.

Neben DHA ist seit einiger Zeit auch ein weiterer Wirkstoff namens Erythrulose zum Einfärben der Hornzellen im Einsatz. Letzterer, übrigens auch eine Zuckerverbindung, färbt ein bisschen weniger stark, die Bräune entwickelt sich langsamer und verschwindet auch gleichmäßiger wieder. Oft werden DHA und Erythrulose in einem Produkt kombiniert, was zu einer neuen Variationsvielfalt im Selbstbräunungssegment geführt hat.

Es gibt nun also die Qual der Wahl. Soll der Selbstbräuner schnell oder weniger schnell wirken? Soll er stark oder nur ein bisschen färben? Und vor allem: Soll er als Creme, Milch, Schaum, Lotion, Spray oder Tüchlein zum Einreiben auf die Haut kommen? Am Ende ist es, wie so vieles im Leben, eine Frage der persönlichen Vorlieben.

Mit Tagescreme gemischt

Wichtig für das Ergebnis ist, dass sich die Produkte gut auf der Haut verteilen lassen, und nützlich ist, dabei den Anweisungen der Hersteller zu folgen, etwa das kreisförmige Auftragen versus das Einstreifen von oben nach unten betreffend. Es gibt auch Produkte, wie etwa das von Clarins, die man sich in die Tagescreme mischt, ein paar Tropfen ganz individuell sozusagen.

Denn wichtiger als alles, und auch darüber herrscht unter Experten große Einigkeit: Noch bevor Selbstbräuner aufgetragen werden, sollte jede trockene Stelle durch entsprechende Pflegecremes gut durchfeuchtet sein. Nur dann wird Tanning naturecht – nahezu alle Hersteller haben die Formulierungen ihrer Produkte optimal streichfähig gemacht.

Handschuhe empfehlen sich für Selbstbräunung am Körper trotzdem, "weil sich vor allem die Nagelhaut beim Eincremen von relativ großen Flächen verfärbt", rät Bräunungsexperte James Read und verspricht, dass dieses Problem durch die neuen Sprays bald gelöst sein werde. Das sei dann "tanning hands free" und damit "the latest and greatest" dessen, was die Branche noch im Talon hat. Einen Versuch im Sinne der UV-Vermeidung ist es wert. (Karin Pollack, RONDO, 13.4.2016)

Biotherm Aqua-Gelée sérum autobronzante visage. (29 Euro)

foto: hersteller

Sisley Super soin Autobronzante hydratant Visage. (103 Euro)

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James Read Gradual Day Tan SPF 15. (25 Euro)

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Sensai Silky Bronze Self Tanning for face. (65 Euro)

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Garnier Ambre Solaire Natural Bronzer-Spray. (10,99 Euro)

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Clarins Addition Concentré Eclat. (25,50 Euro)

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Comodynes Self-Tanning Towelette. (12,95 Euro)

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  • Im Selbstbräunungssegment allgemein wurde an den Produkten gefeilt.
    illustration: dennis eriksson

    Im Selbstbräunungssegment allgemein wurde an den Produkten gefeilt.

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