Fotos öffentlicher Kunst verbreitet: Wikimedia verliert Prozess

5. April 2016, 13:22
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Schwedisches Höchstgericht verurteilt Plattform dafür, Bilder von Kunstwerken zugänglich gemacht zu haben

Wikimedia ist in einem Prozess in Schweden dafür verurteilt worden, kostenfrei Fotos von Kunstwerken im öffentlichen Raum zugänglich gemacht zu haben. Nach einer Anzeige von der Verwertungsgesellschaft BUS, die Maler, Fotografen, Zeichner und Designer vertritt, hatte sich Wikimedia einem Gerichtsverfahren stellen müssen. Während für Privatleute die sogenannte Panoramafreiheit gelte – also von einem öffentlichen Platz aus alle Kunstwerke fotografiert werden dürfen – gelte das für Wikimedia aufgrund seines durchaus kommerziellen Charakters nicht.

Gefahr für Touristen

Wikimedia sprach von einem Urteil, das zeige, wie schlecht die Gesetze für die "digitale Realität, in der wir leben" gerüstet seien. Wikimedia verwies einmal mehr auf die Gefahr, dass künftig Touristen für Selfies abgemahnt würden. Entsprechende Warnungen hatte es vergangenes Jahr gegeben, als im EU-Parlament eine Einschränkung der Panoramafreiheit diskutiert worden war. Die EU-Abgeordnete Julia Reda (Piraten), die als Expertin in diesem Bereich gilt, sprach von einem "katastrophalen Urteil".

BUS wies darauf hin, dass Wikimedia den Prozess durch die Zahlung einer geringfügigen Summe ("mehrere hundert Euro") abwenden hätte können. Doch der Organisation ging es ums Prinzip, sie kämpft für mehr Nutzerrechte für Internetnutzer und Plattformen. (fsc, 5.4.2016)

  • Eine Kunstinstallation in New York
    foto: ap/harpaz

    Eine Kunstinstallation in New York

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