Erste Kündigungswelle bei Hypo Italien steht an

5. April 2016, 12:56
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Verwertung von Vermögensteilen soll beginnen – Bank in Udine wird nicht verkauft und nicht liquidiert, sondern sukzessive zerschlagen

Wien/Klagenfurt/Udine – Die Tage der Hypo Italien als Bank sind gezählt. Fest steht, dass die einstige Hypo-Alpe-Adria-Tochter in Udine nicht im Gesamten verkauft werden kann. Sie wird aber auch nicht ad hoc liquidiert, sondern bis 2018 langsam beendet. Der Belegschaft steht schon eine erste Kündigungswelle bevor. Es wird nicht die letzte sein.

Mitte der Woche wird der in Italien übliche formale Prozess für Kündigungen eingeleitet. Am Dienstagvormittag, wurden die Gewerkschaften informiert, die ihre Zustimmung geben müssen. Einseitige Kündigungen von Belegschaften können in dem Land nicht ausgesprochen werden.

Mögliche Aufteilung

Aktuell geht es um fast die Hälfte der zuletzt 311 Beschäftigten der HBI mit Sitz in Udine – darunter um die 120 Filialangestellten, für die die Kündigungen vorbereitet werden. Die Bank hat 26 Filialen.

Diese Filialen sollen nun losgeschlagen werden. Ihre "Verwertung" soll in den nächsten Wochen angegangen werden; und bis Jahresende 2016 erledigt sein, sagen Optimisten.

Es soll vorgefühlt worden sein, wie weit Interesse an den Bankstandorten besteht. Deshalb gehen Eingeweihte davon aus, dass sich mehrere Interessenten das Netz aufteilen könnten, mitsamt regionaler Kunden- und Hypothekarkreditbestände. Das noch rund 600 Mio. Euro schwere Leasinggeschäft soll gesondert an den Mann gebracht werden. Das lief auch nicht über das Filialnetz, sondern von der Zentrale in Udine aus. Welche Verkaufserlöse in einem aktuell problematischen Markt wie Oberitalien für Bankassets derzeit zu holen sind, bleibt offen.

HBI Bundesholding

Die ehemalige Hypo Italien (heute HBI) gehört seit Herbst 2014 nicht mehr der staatlichen Heta (vormals Hypo Alpe Adria), sondern einer eigenen ebenfalls staatlichen österreichischen HBI Bundesholding.

Letztes Jahr im Sommer musste die Heta – immer noch mit Abstand größte Gläubigerin der HBI – mit massiven Kreditnachlässen rettend einspringen. Ansonsten wäre die Italien-Gesellschaft von der italienischen Notenbank zwangsabgewickelt worden. Dafür bekam die Heta ein Pfand auf die Abwicklungsergebnisse der Italien-Einheit.

Wertschonend schrumpfen

In der HBI-Abwicklungsvorgabe ist nun die Rede davon, das die italienische Bank schrittweise bis Ende 2018 "wertschonend" zusammengeschrumpft wird, um ihre Schulden (namentlich bei der Heta) zu tilgen. Ein Asset-Stripping in Italien käme für die Österreicher letztlich billiger als andere Optionen.

Ende 2015 hatte die HBI noch eine Bilanzsumme von knapp weniger als 2 Mrd. Euro und nach den letzten Kreditnachlässen schließlich auch ein positives Eigenkapital, wie es heißt. (APA, 5.4.2016)

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