ERC-Grant: Millionenförderung für Wiener Krebsforscherin

5. April 2016, 11:55
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Veronika Sexl von der Veterinärmedizinischen Universität Wien sucht nach neuen Ansätzen der Krebstherapie

Wien – Die Krebsforscherin Veronika Sexl vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien erhält einen hochdotierten Förderpreis des Europäischen Forschungsrats (ERC). Mit dem mit 2,5 Millionen Euro dotierten "Advanced Grant" will sie neue Möglichkeiten der Krebstherapie im Zusammenhang mit einem krebsfördernden Enzym aufzeigen, teilte die Uni mit.

Der Eiweißstoff CDK6 ist eine sogenannte Kinase, ein spezielles Enzym, das in Zellen Abläufe wie den Zellzyklus oder das Zellwachstum initiiert und vorantreibt. Seit langem ist bekannt, dass das Protein bei vielen Krebserkrankungen eine Rolle spielt, vor allem bei Blutkrebs ist es oft beteiligt.

Damit ergeben sich auch Ansätze für Therapien. So wurde die Hemmung der CDK6-Aktivität 2013 von der US-Food and Drug Administration (FDA) als Durchbruch des Jahres bezeichnet. Doch Sexl und ihr Team haben kürzlich gezeigt, dass CDK6-Inhibitoren den tumorfördernden Aspekt des Proteins nicht komplett bremsen.

Der Grund dafür ist, dass CDK6 auch in Vorgänge abseits der Zellzyklus-Kontrolle involviert ist. CDK6 reguliert viele tumorfördernde Gene und treibt so das Wachstum und die Vermehrung von Blutgefäßen im Tumor sowie leukämischer Stammzellen voran – und zwar ganz ohne Kinaseaktivität, "weshalb die aktuell verwendeten Inhibitoren diese zweite Funktion auch nicht unterbinden können", erklärte Sexl. Dadurch kann es trotz Inhibitor-Therapie zu einem Fortschreiten der Krankheit kommen.

Mit dem "Advanced Grant" will Sexl mit ihrem Team neue Möglichkeiten finden, diese zweite, Kinase-unabhängige Funktion von CDK6 zu hemmen. (APA, 5.4.2016)

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