Hundstorfer von ÖVP wegen seines Gehalts attackiert

5. April 2016, 14:07
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Er verdiene im Wahlkampf nicht viel weniger als zuvor als Regierungsmitglied, sagte der Exsozialminister im TV-Talk

Die ÖVP gibt sich empört: "Sich jetzt als ,Einer von uns‘ plakatieren zu lassen ist mit einem Gehalt von über 17.000 Euro eine Verhöhnung der Bevölkerung." ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald fordert von SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer eine Klarstellung hinsichtlich dessen aktuellen Angestelltengehalts.

Hundstorfer schied im 27. Jänner als Sozialminister aus der Bundesregierung aus. Seit dem 28. Jänner ist er beim Verein "Initiative Rudolf Hundstorfer Bundespräsident 2016" angestellt. Dieser Verein organisiert und finanziert seinen Wahlkampf. Hundstorfer erklärte in einem Interview mit ATV, er verdiene jetzt etwa das, was er als Minister verdient hatte, um sein Leben während der Kampagne zu finanzieren. Als Bundesminister hatte Hundstorfer zuletzt exakt 17.372,50 Euro verdient.

SPÖ: Sauberer Trennstrich

In der SPÖ verweist man darauf, dass Hundstorfer, anders als FPÖ-Kandidat Norbert Hofer, einen sauberen Trennstrich gemacht und sein Amt niedergelegt habe. Eine Anstellung beim Verein sei auch deshalb notwendig, da er auch als Präsidentschaftskandidat kranken- und sozialversichert sein müsse. Das exakte Gehalt von Hundstorfer beziffert sein Wahlkampfmanager Nedeljko Bilalic am Dienstag mit 13.090 Euro, das entspreche in etwa der Entgeltfortzahlung (75 Prozent des Ministergehalts), auf die er nach seinem Ausscheiden aus der Regierung Anspruch gehabt hätte.

ÖVP-Generalsekretär McDonald empfahl den "Genossen" am Dienstag, ihre Texte auf der Website zu überarbeiten. Dort heiße es nämlich, dass "Er weiß, was es heißt, aus einfachen Verhältnissen zu kommen". McDonald: "Diese Bescheidenheit hat sich offenbar erledigt."

Hundstorfers Wahlkampfverein finanziert sich überwiegend aus Zuwendungen der Partei, aber auch aus Spenden. "Als Privatperson wird Hundstorfer nicht aus Steuermitteln bezahlt", sagt Bilalic und verweist einmal mehr auf Hofer. Der bezieht derzeit sein Gehalt als Dritter Präsident des Nationalrats weiter, das macht knapp 15.000 Euro aus.

Pensionsansprüche

Die Präsidentschaftskandidaten Irmgard Griss, Andreas Khol und Alexander Van der Bellen beziehen bereits eine Pension. Griss verwies unlängst darauf, dass sie eine "normale Beamtenpension" in der Höhe von 9.000 Euro beziehe. ÖVP-Kandidat Khol bezieht laut eigenen Angaben eine Pension in der Höhe von 10.029 Euro. Van der Bellen, der von den Grünen als unabhängiger Kandidat unterstützt wird, kommt monatlich auf Pensionsbezüge in der Höhe von 7.958,17 Euro, das sind 6.972,43 aus einer Beamtenpension als ehemaliger Universitätsprofessor und 985,74 Euro aus einer privaten Pensionskasse. Alle Beträge sind brutto.

Richard Lugner finanziert sich und seinen Wahlkampf gänzlich aus der eigenen Tasche, sein Vermögen betrage nach Abzug der Schulden etwas mehr als hundert Millionen Euro, erklärte er im STANDARD-Chat, im Wahlkampf habe er bisher 400.000 Euro ausgegeben. (Michael Völker, 5.4.2016)

  • Kein Armenhaus: Die Kandidaten zur Präsidentschaftswahl sind allesamt wohlhabend, verfügen über Vermögen, gute Gehälter oder stattliche Pensionen.
    foto: apa/hans punz

    Kein Armenhaus: Die Kandidaten zur Präsidentschaftswahl sind allesamt wohlhabend, verfügen über Vermögen, gute Gehälter oder stattliche Pensionen.

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