Wohnbauinvestitionsbank-Anteile sind jetzt fix

5. April 2016, 10:42
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Je 26 Prozent halten s Wohnbaubank und Raiffeisen Bausparkasse – Dreiervorstand mit Kleemann, Schmidinger, Sagasser

Wien – Die Wohnbauinvestitionsbank (WBIB) ist organisatorisch in trockenen Tüchern, um noch im ersten Halbjahr operativ starten zu können. Ausständig ist nur noch die Konzession durch die Finanzaufsicht (FMA). Größter Einzelaktionär der WBIB wird die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) mit einem Drittel. Jeweils 26 Prozent werden die s Wohnbaubank und die Raiffeisen Bausparkasse halten.

Die ÖHT wird 34,17 Prozent an der WBIB halten, wie Wolfgang Kleemann, einer der beiden ÖHT-Geschäftsführer, zur APA sagte. Kleemann soll auch dem Dreiervorstand der WBIB angehören – neben dem s-Bauspar- und s-Wohnbaubank-Chef Josef Schmidinger und Christian Sagasser, Vorstandsdirektor der Raiffeisen Wohnbaubank.

Über die ÖHT sitzt bei der WBIB auch die UniCredit Bank Austria mit an Bord, die Hälfteeigentümerin der Hotel- und Tourismusbank Ges.m.b.H. Weiters sollen an der Wohnbauinvestitionsbank zehn Prozent die Hypos, drei Prozent die Volksbanken über ihre Immo-Bank sowie 0,83 Prozent die Bawag halten. Den Aufsichtsratsvorsitzenden der WBIB dürfte die ÖHT selbst oder ihr Haupteigentümer Bank Austria stellen. Wie die drei der ÖHT zustehenden AR-Posten besetzt werden sollen, will die Hotel- und Tourismusbank kommenden Donnerstag hausintern diskutieren. Insgesamt sind zehn Aufseher für das Gremium vorgesehen, was manchen in der Branche etwas viel vorkommt.

Gelddrehscheibe

Dass sich die ÖHT so stark bei der WBIB engagiert – die mit sechs Millionen Euro Eigenkapital auszustatten sein wird – ist für Kleemann logisch: Einerseits sei die Hotel- und Tourismusbank eine Sonderfinanzierungsgesellschaft gemäß § 3 Bankwesengesetz (BWG) Abs. 1 Z. 11, und umgekehrt orientiere sich die WBIB an diesem Modell. Zum anderen sei es die ÖHT mit ihrer 60-jährigen Erfahrung gewohnt, mit Bundeshaftungen und EIB-Darlehen umzugehen. Die sechs Millionen Euro Eigenkapital seien für die WBIB ausreichend, da diese ja kein riskantes Geschäft abzuwickeln habe, so Kleemann.

Die WBIB soll als Gelddrehscheibe für die 2015 von der Regierung geschnürte Wohnbauoffensive fungieren. Mit der Bauoffensive sollen binnen fünf bis sieben Jahren rund 30.000 Wohnungen zusätzlich hingestellt werden. Dafür sollen 5,75 Milliarden Euro bereitstehen, fünf Milliarden Euro für die Wohnraumschaffung selbst und 750 Millionen Euro für die dazugehörige Infrastruktur. Damit soll es leistbaren Wohnraum für rund 68.000 Bewohner zusätzlich geben. Ein Zehntel des Wohn-Teils, also 500 Millionen Euro, soll der Bund garantieren; er soll für 700 Millionen Euro Global-Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) eine Haftung für 500 Millionen Euro übernehmen – für 0,34 Prozent Entgelt von der WBIB. Die Bankkonzession für die WBIB wurde fristgerecht am vorigen Donnerstag, dem 31. März, beantragt. (APA, 5.4.2016)

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