Tripleanwärter Bayern und Barca als Favoriten ins Viertelfinale

4. April 2016, 18:23
211 Postings

Münchner bauen vor Champions-League-Hinspiel gegen Benfica auf Heimmacht – Barcelona möchte gegen Atletico "Clasico"-Niederlage vergessen machen

München/Barcelona – Der ersten beiden Viertelfinal-Hinspiele läuten am Dienstag die entscheidende Phase in der Fußball-Champions-League ein. Im Fall von Bayern München gegen Benfica Lissabon sieht man die Deutschen als Favoriten, FC Barcelona gegen Atletico Madrid scheint um einiges offener. Die Hinspiele bei Paris SG gegen Manchester City und VfL Wolfsburg gegen Real Madrid finden am Mittwoch statt (alle 20.45 Uhr).

Es gibt kaum eine Bilanz, aus der Benfica vor dem schweren Gang zu den Bayern Hoffnung schöpfen könnte. In den direkten Europacup-Duellen hat der deutsche Meister bei zwei torlosen Remis vier von sechs Vergleiche gewonnen. Folgerichtig stiegen die Bayern alle dreimal in die nächste Runde auf. Und auch in den übrigen sechs K.-o.-Duellen der Bayern gegen portugiesische Clubs zogen diese durchwegs den Kürzeren.

Schlechte Erinnerungen für Benfica

So kam es auch im vorjährigen Viertelfinale der Champions League, als der FC Porto in der Allianz Arena eine 1:6-Packung ausfasste. Die jüngsten drei Benfica-Gastspiele in der bayerischen Metropole hatten mit einer 1:5- und zwei 1:4-Schlappen ähnliche Ausmaße. Halten die Bayern ihren Schnitt mit gesamt 18 Toren in ihren bisherigen vier Saisonheimspielen aufrecht, könnte es für Benfica erneut eine ähnliche Abfuhr geben.

Benfica-Coach Rui Vitoria lässt sich davon aber nicht beeindrucken. Seine erste Saison auf der Trainerbank des Rekord-Landesmeisters ist mit dem Einzug unter die letzten acht von Europas "Königsklasse" und der klaren Tabellenführung in der nationalen Liga als erfolgreich zu werten. "Mein Team hat diese Saison schon mehrere Hürden übersprungen", sagte Vitoria im Ausblick auf das Bayern-Match selbstbewusst.

Mit dieser Einstellung soll die Sensation gelingen, konkret der erste Semifinaleinzug Benficas im Bewerb seit 1990. 19 Siege in den vergangenen 20 Pflichtspielen geben Selbstvertrauen. Im Achtelfinale gegen Zenit St. Petersburg gelangen Erfolge im Ausmaß von 1:0 und 2:1. Die Hoffnung beruht auch auf der notbesetzten Bayern-Abwehr, in der ÖFB-Star David Alaba wieder in der Innenverteidigung aufgeboten werden dürfte.

Italiens Meister Juventus Turin hat es im Achtelfinale nach einem 2:2 vorgezeigt, ging nach einer 2:0-Führung aber doch noch als 2:4-Verlierer vom Platz der Allianz-Arena. Portugals Medien glauben, dass es Benfica angesichts der aktuellen Erfolgswelle besser machen könnten. "Die rote Welle wächst und schwappt nun auf München über", stand in der Sportzeitung "Record".

Für Pep Guardiola geht es in seinem 150. Pflichtspiel auf Bayerns Kommandobrücke (bisher 115 Siege, 14 Remis, 20 Niederlagen) auch um die Wahrung der Chance auf das Triple. Von einem "Freilos Benfica" wollen aber weder der Spanier noch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge etwas wissen. "Es wird sehr hart, das Halbfinale zu erreichen", warnte der Katalane und forderte ein "intelligentes Spiel" seines Teams.

In Summe spricht dennoch viel mehr für einen Aufstieg der Truppe des wiedererstarkten Franck Ribery. "Wir werden den Gegner nicht unterschätzen. Wir haben eine erfahrene Mannschaft, die schon viele große Duelle auf europäischer Ebene hatte", erklärte Philipp Lahm. "Wir sind der Favorit. Und wenn wir unsere Leistung abrufen, werden wir weiterkommen", ergänzte der Bayern-Kapitän selbstbewusst.

Spanisches Duell in Barcelona

Im zweiten Dienstag-Duell trifft Barcelona auf Atletico, ausgerechnet drei Tage nachdem dessen Madrider Lokalrivale Real die "Barca"-Serie von 39 Spielen ohne Niederlage mit dem 2:1-Sieg im "Clasico" beendete hatte. Nun will auch Atletico im Camp Nou zuschlagen. Barcelona-Kapitän Andres Iniesta gab aber Entwarnung: "Die Niederlage gegen Real wird uns am Dienstag mental nicht belasten."

Die jüngste Statistik spricht für einen Sieg Barcas, dessen Coach Luis Enrique alle seine sechs Spiele als Trainer gegen Atleticos Diego Simeone gewonnen hat. Vor Enriques Amtszeit hatte sich Atletico vor zwei Jahren im Viertelfinale der Champions League gegen Barcelona aber mit gesamt 2:1 durchgesetzt. Für Barca geht es im weiteren Saisonverlauf jedenfalls wie für die Bayern um das Titel-Triple aus Meisterschaft, Cup und Champions League, in der Spaniens Meister die überhaupt erste erfolgreiche Titelverteidigung gelingen würde. (APA, 4.4.2016)

  • So zärtlich kennt man Arturo Vidal nicht, Franck Ribery ist der Nutznießer.
    foto: apa/afp/stache

    So zärtlich kennt man Arturo Vidal nicht, Franck Ribery ist der Nutznießer.

Share if you care.