"Für Milchbauern ist der Zug abgefahren"

4. April 2016, 17:04
41 Postings

Österreichs Milchbauern hätten sich für die Lieferung in globale Märkte entschieden, aus der Krise sieht Bioexperte Werner Lampert keinen Ausweg

Wien – Für den Bioexperten Werner Lampert ist der Zug für Österreichs Milchbauern abgefahren. Viele hätten sich schon vor Jahren für Lieferungen in globale Märkte mitsamt der damit verbundenen Risiken entschieden. Und da der Milchpreis vor allem in China gemacht werde, wie er sagt, sehe er aus ihrer Krise keinen Ausweg.

Diskonter Hofer, den Lampert berät, zahlt Bauern für einen Kilo Heumilch einen Aufschlag von 20 Cent auf die aktuell 28 Cent für konventionelle Milch. Geschäftsführer Günther Helm spricht von "fairen, langfristigen Verträgen". "Auf unseren Hofer-Parkplätzen demonstrieren keine Bauern."

3000 österreichische Biolandwirte beliefern die Biomarke "Zurück zum Ursprung" der Handelskette. Der Beginn vor zehn Jahren sei hart gewesen, sagt Helm. Mittlerweile aber sieht sich sein Konzern auch im zähen Geschäft mit Biofleisch gut unterwegs. Nicht voran komme man hingegen bei Bio-Schweinefleisch: Konsumenten seien nicht bereit, dafür das Vierfache zu bezahlen. Für Lampert führt am Thema der Weideschlachtung kein Weg vorbei. "Es muss neue Lösungen geben." (vk, 4.4.2016)

  • Werner Lampert berät Diskonter Hofer.
    foto: lampert gmbh

    Werner Lampert berät Diskonter Hofer.

Share if you care.