Pröll hilft Khol: Der Beinahekandidat greift in die Tasche

5. April 2016, 09:30
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Erwin Pröll organisiert zusätzliche Plakatflächen für Andreas Khol in Niederösterreich

Wien – Es gebe keinerlei finanzielle Kürzung des Wahlkampfbudgets durch die Bundespartei für ihren Kandidaten Andreas Khol – entsprechende Medienberichte wurden am Montag von der ÖVP zurückgewiesen. In der Parteizentrale hat man eine einfache Erklärung, wie es zu den wiederholten Berichten in der Zeitung Österreich gekommen ist: Das Wahlkampfteam der ÖVP inseriert nicht in Österreich, daher sei man dort jetzt sauer und verbreite diese Gerüchte.

Nach wie vor werde der Wahlkampf des schwarzen Kandidaten mit Verve und großem Engagement geführt, wie Khol im Gespräch mit dem STANDARD beteuert. Die schlechten Umfragewerte hätten ihn keineswegs entmutigt, auf der Tour durch die Bundesländer sei er mit unglaublich viel Sympathie konfrontiert. Gerade auch die ÖVP-Funktionäre kämen jetzt in die Gänge und würden die Mobilisierung tragen.

Volle Unterstützung

Am Montag holte sich der ÖVP-Kandidat Unterstützung bei jenem Mann, für den er eigentlich eingesprungen ist. Khol absolvierte gemeinsam mit Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll eine Pressekonferenz in St. Pölten. Bereits im Vorfeld hatte Khol auf die tatkräftige Unterstützung von Pröll verwiesen, die niederösterreichische ÖVP habe zusätzliche Plakatflächen für den Wahlkampf angemietet. In Niederösterreich käme er auf 35 Prozent, verwies Khol auf aktuelle Meinungsumfragen. Er glaube nach wie vor daran, Präsident zu werden. Pröll sagte Khol die volle Unterstützung seiner Landesorganisation zu.

Inbrünstiges Lob

Im Vorfeld war in der ÖVP die Befürchtung laut geworden, Pröll könnte den Wahlkampf sabotieren oder nicht ausreichend unterstützen, um ´zu zeigen, dass doch er – trotz Absage – der bessere Kandidat gewesen wäre. Am Montag gab sich Pröll aber keinerlei Blöße. Khol erfülle in diesen herausfordernden Zeiten des IS-Terrors und der Flüchtlingsproblematik das Anforderungsprofil für das höchste Amt im Staat "schlechthin". Er verfüge über politische Erfahrung, sachliche Kompetenz als Verfassungsjurist, habe moralisches Rückgrat und Führungsqualitäten, sei krisenfest und stehe für Sicherheit, lobte Pröll den Kandidaten mit Inbrunst.

Khol selbst kündigte zwei Initiativen an, die er als Bundespräsident – quasi als "Trainer" der Fußballmannschaft Bundesregierung – aufgrund aktueller Bedrohungen setzen würde: Es gehe ihm, wiewohl einst Anhänger der Atomkraft, um einen Atomkraftausstieg auf europäischer Ebene. Zum Zweiten sprach sich der Präsidentschaftskandidat für einen gemeinsamen Schutz der EU-Außengrenze durch eine europäische Streitkraft aus. Das wäre im EU-Vertrag vorgesehen und mit der Neutralität vereinbar. (völ, 5.4.2016)

  • ÖVP-Präsidentschaftskandidat Andreas Khol zu Gast in Niederösterreich bei Landeshauptmann und Doch-nicht-Kandidat Erwin Pröll.
    marschik

    ÖVP-Präsidentschaftskandidat Andreas Khol zu Gast in Niederösterreich bei Landeshauptmann und Doch-nicht-Kandidat Erwin Pröll.

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