EU-Ranking: Heimische Unis bei Lehre mäßig, bei Forschung gut

4. April 2016, 15:01
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Bei FHs umgekehrt – Forschungs- und Wissenstransfer-Spitzenwerte für TU Wien – Internationale Ausrichtung in Österreich fast durchgehend gegeben

Wien – Die österreichischen Unis sind in den Bereichen Forschung und internationale Orientierung tendenziell gut aufgestellt, schneiden aber bei der Lehre eher schlecht ab. Das zeigt das neue, von der EU initiierte Hochschulranking "U-Multirank", das am Montag veröffentlicht wurde. Das Ranking kommt dabei ohne Rangliste aus, zahlreiche Teilbereiche in vielen Fächern werden im Schulnotensystem bewertet.

Insgesamt wurden die Leistungen von 1.300 Hochschulen weltweit in fünf Teilbereichen (Forschung, Lehre, Wissenstransfer, internationale Orientierung und regionales Engagement) mittels 31 Indikatoren im Schulnotensystem bewertet. Die meisten Indikatoren wurden anhand öffentlich zugänglicher bibliometrischer Daten berechnet, andere wurden von den Unis bereitgestellt – deshalb scheinen etwa fast alle britischen und US-Unis bei manchen Indikatoren nicht auf: Sie lieferten keine Daten.

Gute Noten für Lehre der Fachhochschulen

Aus Österreich waren die Unis Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg und Linz, die Medizin-Unis Wien, Graz und Innsbruck (letztere nur mit öffentlichen Daten) sowie die beiden Technischen Universitäten (TU) Wien und Graz, die Wirtschaftsuniversität (WU) und die Universität für Bodenkultur (Boku), die private Modul University und vier Fachhochschulen (IMC Krems, Wiener Neustadt, Kärnten, Kufstein) mit dabei. Alle erreichten in irgendeiner Kategorie ein A (sehr gut), umgekehrt setzte es auch zahlreiche E (schwach).

Bei der Lehre schnitten etwa die Fachhochschulen (vor allem Krems und Wr. Neustadt) recht gut ab. Anders die Unis: Vor allem die TU Wien und die Uni Graz stachen negativ hervor. Gemessen wurde dabei vor allem der Prozentsatz der Studienanfänger, die ihr Studium überhaupt bzw. in der vorgesehenen Zeit absolvierten.

Forschung mittelmäßig

Umgekehrt war die Lage bei der Forschung: Hier ließen die Bewertungen der FH zu wünschen übrig, dafür erhielt die TU Wien in allen Kategorien nur As oder Bs. Auch beim Wissenstransfer (z.B. Drittmittel, Patente, Spin-Offs) verzeichnete die TU Wien in fast allen Bereichen Spitzenwerte, gute Bewertungen erzielte auch die TU Graz. Umgekehrt kassierte die Modul University in allen bewerteten Wissenstransfer-Bereichen ein E, mehr Schatten als Licht gab es auch für die Uni Wien und die WU. Durchwegs gute Noten setzte es dagegen bei der internationalen Orientierung (z.B. Studentenmobilität, internationales Personal): Hier scorte die Modul University wiederum durchgehend Bestnoten – gleiches gilt für das IMC Krems. Schwäche der heimischen Hochschulen in diesem Bereich: Es gibt nur vereinzelte fremdsprachige Bachelor-Programme, die meisten erhielten hier nur ein E.

Ohne Berücksichtigung der nicht gewerteten Indikatoren, erhielten die meisten A-Wertungen, nämlich jeweils elf, die Uni Linz und die Universität für Bodenkultur (Boku), gefolgt von der TU Wien (10), der Uni Innsbruck und der TU Graz (jeweils 9), sowie der Uni Graz, den Medizin-Unis Graz und Wien und der FH IMC in Krems (jeweils 8). Bei den E-Wertungen rangieren die österreichischen Unis zwischen den Unis Wien und Innsbruck (jeweils 1) und der WU-Wien (5).

"Multidimensionaler" Vergleich

Mit dem unter Federführung des Center for Higher Education Policy Studies (CHEPS) in den Niederlanden und des deutschen CHE Centrum für Hochschulentwicklung konzipierten U-Multirank sollen Hochschulen differenzierter bewertet werden: Verglichen werden sie dazu "multidimensional", also in den verschiedenen Leistungsbereichen: Dadurch soll man jene Aspekte vergleichen können, die am meisten interessieren.

Daher wird auch kein "Gesamtwert" über einzelne Indikatoren hinweg errechnet und keine "beste Hochschule" oder die "besten 100 Hochschulen" gekürt. Die Daten stammen von den Hochschulen, aus internationalen bibliometrischen und Patentdatenbanken sowie aus Studentenbefragungen. 57 Prozent der verglichenen Hochschulen sind aus Europa, 16 Prozent aus Nordamerika, 18 Prozent aus Asien und neun Prozent aus dem Rest der Welt.

Ganz ohne Ranking kommt aber auch das U-Multirank nicht aus, mit der Veröffentlichung bereitgestellt wurden Top-25-Listen in ausgesuchten Bereichen. Hier kommt etwa die FH Wr. Neustadt sogar einmal auf den Spitzenrang – nämlich beim Prozentsatz der Forschungs-Publikationen mit mindestens einem ausländischen Co-Autor. Knapp dahinter liegen die Uni Liechtenstein sowie Hochschulen aus Saudi-Arabien und Katar. (APA, 4.4.2016)

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