Internationales Journalistennetzwerk sorgte für zahlreiche Aufdeckungen

4. April 2016, 12:43
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Das ICI wurde 1997 gegründet und zwei Jahre lang von Milliardär George Soros finanziert

Panama-Stadt/Washington – Die brisanten Daten der "Panama Papers" zu Finanzgeschäften bekannter Persönlichkeiten in Steueroasen sind auch von dem Internationalen Konsortium investigativer Journalisten (ICIJ) ausgewertet worden. Das ICIJ wurde 1997 als Projekt des "Center for Public Integrity" (CPI) gegründet.

Das CPI ist eine gemeinnützige Organisation in den USA, die sich der Aufgabe verschrieben hat, "Machtmissbrauch, Korruption und Pflichtverletzung durch mächtige öffentliche und private Institutionen aufzudecken".

In seinen Auseinandersetzungen mit Lobby-Organisationen lieferte sich das CPI beispielsweise über Jahre hinweg einen erbitterten Streit mit der Tabakindustrie. Dabei wurden immer wieder vertrauliche Dokumente aus den Unternehmen an die Öffentlichkeit gebracht.

Soros-Spende

Gefördert wurde das CPI durch eine Reihe von Stiftungen. In den Jahren 2000 bis 2002 spendete auch der Milliardär George Soros insgesamt über eine Million Dollar an das CPI. Diese Zuwendung löste in den USA Kritik aus, da Soros als erklärter Gegner des damaligen US-Präsidenten George W. Bush auch linksgerichteten Organisationen wie moveon.org Millionenspenden zukommen ließ.

Mit dem ICIJ wollte das CPI Ende der 90er-Jahre den Fokus der investigativen journalistischen Arbeit über die Grenzen der USA hinweg erweitern. Mit dem Netzwerk fördert das CPI den Austausch von Daten, Analysewerkzeugen und Recherchestrategien. Bei dem exklusiven Club kann man nur nach einer Einladung Mitglied werden. Aus Deutschland gehört unter anderen der Leiter des Ressorts Investigative Recherche bei der "Süddeutschen Zeitung", Hans Leyendecker, dazu. In Österreich haben der ORF und der "Falter" Einsicht in die Panama-Datenbank. (APA, 4.4.2016)

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