Raiffeisen Bausparkasse mit Gewinneinbruch

4. April 2016, 12:31
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Nach Ablauf der Vertragslaufzeit gibt es kaum mehr Zinsen

Wien – Der Raiffeisen Bausparkasse haben 2015 die niedrigen Zinsen zu schaffen gemacht. Nur 288.582 Neuverträge wurden in dem Geschäftsjahr abgeschlossen, nach 316.312 im Jahr davor. Das Betriebsergebnis brach um mehr als die Hälfte ein. Die Raiffeisen Bausparkasse begründete dies am Montag mit Sondereffekten im Jahr 2014, die 2015 weggefallen seien.

Der Nettozinsertrag der Raiffeisen Bausparkasse ging von 97,2 Mio. auf 93,1 Mio. Euro zurück, die Betriebserträge von 164,1 Mio. auf 130,4 Mio. Euro.

Regelrecht abgesackt ist das Betriebsergebnis. Es machte 29,5 Mio. Euro aus, nach 66,1 Mio. Euro im Jahr davor. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) schrumpfte von 68,2 Mio. auf 25,2 Mio. Euro und der Jahresüberschuss schmolz von 63,6 Mio. auf 21,9 Mio. Euro ein.

Bausparer verlieren an Attraktivität

Dass wegen der niedrigen Zinsen weniger Leute ihr Geld in einen Bausparer stecken, sei ein branchenweiter Trend, so die Raiffeisen Bausparkasse. Als einzige österreichische Bausparkasse habe Raiffeisen die Bauspareinlagen leicht um 0,2 Prozent auf 6,35 Mrd. Euro gesteigert.

Die Finanzierungen sind dagegen zurückgegangen, und zwar von 843,8 Mio. auf 768,5 Mio. Euro. Die Gesamtausleihungen sanken von 6,29 Mrd. auf 6,15 Mrd. Euro. Derzeit haben sich mehr als 98.000 Leute bei Raiffeisen Geld fürs Wohnen, Bauen, für Pflege oder Bildung ausgeliehen.

Die Zahl der verwalteten Bausparkonten – Darlehens- und Sparverträge – ging leicht auf 1,75 Millionen Stück zurück. Raiffeisen sei dennoch mit einem Marktanteil von 33,7 Prozent Marktführer.

Die Raiffeisen Bausparkasse ist seit vielen Jahren auch in Osteuropa aktiv. Die Beteiligungsgesellschaften in der Slowakei, in Tschechien sowie in Rumänien zählen zusammen fast 1,6 Millionen Kunden und verwalten Bauspareinlagen in Höhe von 5,1 Mrd. Euro.

Wer sein Geld auch nach der Ablauf der sechsjährigen Laufzeit auf seinem Bausparkonto liegen lässt, bekommt mittlerweile fast keine Zinsen mehr. "Seit 2015 hat eine variable Verzinsung des Sparguthabens nach Ablauf der Vertragslaufzeit eine Zinsuntergrenze von 0,1 Prozent – davor waren es 0,5 Prozent", so eine Sprecherin.

Hochverzinste Altverträge sind bei Raiffeisen den Angaben zufolge kein großes Thema. Nur eine "verschwindend geringe" Zahl an Bausparern bekomme für ihre Einlagen einen Fixzinssatz. Es handle sich um wenige Verträge aus den 1970er-Jahren. Die Raiffeisen Bausparkasse habe jedenfalls keine Altverträge gekündigt.

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat kürzlich die Rivalin Wüstenrot wegen einer Zinssenkung bei Altbausparverträgen verurteilt. (APA, 4.4.2016)

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