Wiener Flughafen plant Terminalerweiterung

4. April 2016, 14:35
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Investitionen von maximal 500 Millionen Euro vorgesehen, Projekte sollen bis 2023 realisiert werden

Wien – Der Flughafen Wien hat am Montag sein Konzept für die künftige Terminalentwicklung vorgestellt. Im Vordergrund stehen mehr Komfort für Passagiere, zusätzliche Shopping- und Gastronomieangebote und die Schaffung eines terminalübergreifenden Sicherheitsbereichs. Dafür werden die alten Gebäudeteile – Pier Ost und Terminal 2 (das älteste Gebäude am Airport) – modernisiert und um neue Funktionen wie eine zentrale Sicherheitskontrolle für B-, C- und D-Gates sowie um bis zu 10.000 Quadratmeter zusätzlicher Shopping- und Gastronomieflächen erweitert, was eine Ausweitung des Angebots um rund 50 Prozent bedeutet.

Neu errichtet wird ein Gebäude an der Südseite des Terminals 3, wodurch sowohl eine bessere Verbindung zwischen den Terminals 2 und 3 als auch zusätzliche Shopping-, Gastronomie- und Warteflächen geschaffen werden. Realisiert werden die Projekte schrittweise bis 2023, als Kostenobergrenze sind maximal 500 Millionen Euro festgelegt worden. Nach der fast zweijährigen Entwicklungsphase startet nun der Planungsprozess, wofür ein Planungsbudget von maximal 39 Millionen Euro vorgesehen ist.

Pier Ost: zweistöckige A380-Abfertigung

Wie bereits der Pier West mit den C-Gates im Jahr 2014 wird auch der Pier Ost mit den D-Gates modernisiert und neu gestaltet. Die Trennwände an den alten D-Gates werden abgebaut und helle, großflächige Gate-Bereiche geschaffen. Nach dem Konzept im Pier West wird auch im Pier Ost eine neue und hochwertige Shopping- und Gastronomieumgebung eingerichtet. Außerdem wird eine Andockmöglichkeit für eine zweistöckige Abfertigung von Großraumflugzeugen wie dem Airbus A380 geschaffen. Wie berichtet, fliegt Emirates ab Juli mit dem A380 nach Wien. Ein Vorteil für Reisende wird vor allem die Verlegung der derzeitigen Sicherheitskontrollstraßen an den D-Gates zu einer großen zentralen Sicherheitskontrolle im Terminal 2 sein.

Terminal 2: zentrale Sicherheitskontrolle

Der zwischen den Terminals 1 und 3 liegende Terminal 2 wurde in den 1960er-Jahren errichtet und zählt zu den ältesten Gebäudeteilen am Flughafen Wien. Die bisherigen Sicherheitskontrollen an den B-, C- und D-Gates werden in eine neue, zentrale Sicherheitskontrolle verlegt, die im Terminal 2 neu geschaffen wird. Dadurch wird es Passagieren künftig möglich sein, sich nach der Sicherheitskontrolle zwischen den Terminalbereichen 1, 2 und 3 frei zu bewegen und alle Shopping- und Gastronomieangebote, Lounge-Einrichtungen und andere Passagierservices zu nutzen. Außerdem wird die gesamte Gebäudeinfrastruktur des Terminals 2 modernisiert, Wände, Fußböden und Beleuchtung werden erneuert und die Dachkonstruktion saniert. Eine Erweiterung der Gepäcksausgabe um drei Ausgabebänder ist geplant.

Süderweiterung: mehr Shopping- und Gastronomiekomfort im Terminal 3

Ein neues Element in der künftigen Terminallandschaft am Flughafen Wien wird die neue Süderweiterung am Terminal 3 sein. Dazu wird ein neues Gebäude an der Südseite des Terminals 3 angrenzend an den Check-in-Bereich errichtet, mit dem für diesen Terminalabschnitt eine zusätzliche großflächige Shopping- und Gastronomieumgebung sowie eine neue Verbindung zum Pier Ost und zu den weiteren Terminalbereichen geschaffen werden. Mit der geplanten Verlegung der bisherigen zentralen Sicherheitskontrolle im Terminal 3 in das neue Bauwerk wird die dadurch freiwerdende Fläche ebenfalls für neue Shopping- und Gastronomieeinrichtungen genutzt werden können. Insgesamt werden durch die Um- und Neubauten zusätzlich bis zu 10.000 Quadratmeter neue Shopping- und Gastronomiefläche geschaffen.

Aus der Erfahrung der Vergangenheit habe man gelernt, sich ausreichend Zeit für die Projektentwicklung zu nehmen, sagte Vorstand Julian Jäger bei einem Pressegespräch. Durch die neuen Gastro- und Shoppingflächen werden die Erlöse pro Passagier von derzeit zwei Euro bis 2025 auf drei Euro erhöht, so Jäger. In Summe bedeutet das rund 25 Millionen Euro Mehrerlös.

Vorstand Günther Ofner will nach Abschluss der Planungsarbeiten "keine Änderungen mehr zulassen", um Kostenüberschreitungen zu verhindern. Die Terminalausbauten stünden in keiner Verbindung zu einer möglichen dritten Piste. In ein bis zwei Jahren erwartet man höchstgerichtliches Urteil bezüglich der Piste. (cr, 4.4.2016)

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    grafik: apa
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