Aserbaidschan versetzt Armee in Gefechtsbereitschaft

5. April 2016, 06:54
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20 armenische Soldaten getötet

Baku/Eriwan – Im erneut aufgeflammten Konflikt mit Armenien um die Südkaukasusregion Bergkarabach hat Aserbaidschan seine Armee nach eigenen Angaben in Gefechtsbereitschaft versetzt. Einheiten aller Waffengattungen sollten "vernichtende Schläge" vorbereiten, falls die feindliche Seite ihre Angriffe nicht einstelle, teilte das Verteidigungsministerium am Montag mit. Aserbaidschan rufe Armenien erneut mit Nachdruck auf, nicht auf die Zivilbevölkerung zu schießen.

Die Führung der international nicht anerkannten Region Bergkarabach warf ihrerseits Aserbaidschan Aggression vor. Seit dem Aufflammen der Kämpfe am Samstag seien 20 armenische Soldaten getötet worden. Aserbaidschan hatte die eigenen Verluste mit 18 angegeben.

Trotz internationaler Aufrufe zur Deeskalation drohten das Ministerium Bergkarabachs und die armenischen Verbündeten mit einer Großoffensive. "Wenn die armenischen Provokationen andauern, starten wir eine umfassende Operation auf der ganzen Länge der Front und setzen alle unsere Waffen ein", sagte der aserbaidschanische Ministeriumssprecher Vagif Dargahly. Das Verteidigungsministerium von Bergkarabach warf seinerseits den Aserbaidschanern vor, ihre Angriffe mit Granaten, Raketenwerfern und Panzern verschärft zu haben.

Armenische Streitkräfte vorgerückt

Ein Sprecher des armenischen Verteidigungsministeriums sagte wiederum, die armenischen Streitkräfte seien an mehreren Stellen vorgerückt und hätten neue Positionen erobert. Aserbaidschan wies das als falsch zurück. Seit der neuerlichen Eskalation des seit Jahren schwelenden Konflikts am Freitagabend wurden mindestens 33 Soldaten beider Seiten und zwei Zivilisten getötet.

Krisentreffen in Wien

In Wien kommt am Dienstag bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa die sogenannte Minsk-Gruppe zu einem Krisentreffen zusammen.

Die mehrheitlich armenische Region Bergkarabach hatte sich Anfang der 1990er-Jahre in einem Bürgerkrieg mit Unterstützung Armeniens von Aserbaidschan abgespalten. Ihre Unabhängigkeit wird international nicht anerkannt, Aserbaidschan hält an seinem Anspruch auf die Region fest. Trotz eines seit 1994 geltenden Waffenstillstands wurde der Konflikt offiziell nie beigelegt. (APA, dpa, 4.4.2016)

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  • Freiwillige auf dem Weg an die Front.
    foto: reuters/hrayr badalyan/pan

    Freiwillige auf dem Weg an die Front.

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