Wenn Netflix selbst bremst: Streit um Netzneutralität

4. April 2016, 09:42
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Der Videostreaming-Dienst verlangsamt seinen Service, um den Datenverbrauch mobiler Nutzer zu minimieren

Das Videostreaming-Angebot Netflix ist einer jener Dienste, die im Zusammenhang mit dem Bereich der Netzneutralität unweigerlich zur Sprache kommen. In den vergangenen Jahren gab es heftige Aufregung über ein Drosseln der Netflix-Angebote durch US-Internetprovider, die das mit Überlastung durch den Datenverbrauch des Videostreamings begründeten. Das ist mittlerweile beigelegt, etwa durch Verträge zwischen Netflix und Providern, aber auch durch ein schärferes Regelwerk der US-Regulierungsbehörde FCC.

Datendrosselung bei eigenen Nutzern

Jetzt steht allerdings Netflix selbst im Mittelpunkt der Kritik. Aktivisten werfen dem Dienst vor, dass seine eigenen Eingriffe in die Übertragungsqualität die Netzneutralität verletzen würden. Tatsächlich drosselt Netflix für mobile Nutzer die Datenübertragung, um deren Datenverbrauch gering zu halten. Das Unternehmen argumentiert jedoch damit, dass Verletzungen der Netzneutralität bei Eingriffen durch Provider, nicht aber durch die Anbieter von Inhalten bestünden.

Das sieht die FCC ähnlich. "Wir regulieren keine Anbieter von Inhalten", sagte FCC-Chef Tom Wheeler bei einer Diskussionsrunde laut Ars Technica. Die Drosselungen durch Netflix selbst seien "kein Thema des Open Internet", so Wheeler laut FCC weiter. (red, 4.4.2016)

  • Netflix will die Datenpakete eigener Nutzer schonen – laut Aktivisten ein Verstoß gegen die Netzneutralität
    foto: apa/afp/anson

    Netflix will die Datenpakete eigener Nutzer schonen – laut Aktivisten ein Verstoß gegen die Netzneutralität

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