Taktikfuchs Zidane lässt Real wieder hoffen

3. April 2016, 14:36
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Madrid nach Clasico-Sieg noch nicht weg vom Fenster – Lob für Zidanes Taktik – Luis Enrique: "Dieses Spiel existiert nicht mehr"

Barcelona – Während Barcelona-Trainer Luis Enrique die 1:2-Heimniederlage im Clasico mit einem nüchternen "Dieses Spiel existiert nicht mehr" quittiert hat, sieht Real-Stürmer Gareth Bale gar neue Chancen im Kampf um die spanische Meisterschaft. "Wenn wir daran glauben, können wir es noch schaffen", meinte der Waliser. Sein Coach Zinedine Zidane erhielt viel Lob für sein taktisches Konzept.

Bezüglich der Titelchancen seiner Truppe zeigte sich Zidane freilich skeptischer als Bale. "Wir liegen noch immer sieben Punkte hinter Barca zurück und haben obendrein Atletico vor uns", meinte der Franzose. Atletico Madrid fertigte Betis Sevilla mit 5:1 ab und hat einen Zähler Vorsprung auf Real.

Seine Freude über das geglückte "Clasico"-Debüt in der Trainerrolle konnte Zidane aber nicht verhehlen. "Wir hatten am Anfang Probleme, aber das ist normal, denn hier ist es schwer zu spielen", sagte der 43-Jährige. "Hier zu gewinnen, ist eine große Belohnung für alle unsere Spieler, weil sie eine enorme Leistung gezeigt haben. Nur wenige Teams gewinnen hier."

Super Zizou!

Zidane zog offenbar die richtigen Schlüsse aus dem ersten Saison-Clasico, als Real im November noch unter seinem Vorgänger Rafael Benitez mit 0:4 unterging. Im Mittelfeld zog er den defensiveren Casemiro anderen Varianten vor und brachte so die Offensivmaschine der Katalanen ins Stottern. Der Traumsturm um Luis Suarez, Lionel Messi und Neymar konnte seine Klasse nicht wie gewohnt ausspielen.

"Casemiro hat eine zentrale Rolle gespielt", urteilte Zidane, hob aber auch die Torschützen Karim Benzema sowie Cristiano Ronaldo und nicht zuletzt das Kollektiv hervor. "Die Torschützen haben den Unterschied ausgemacht, aber vor allem haben wir defensiv eine großartige Leistung gegen Spieler gezeigt, die uns wehtun können, wenn wir ihnen Räume geben."

Die französische "L'Equipe" bejubelte die Taktik des Trainer mit der Schlagzeile "Super Zidane", und auch die spanische "Marca" zollte dem "Weißen Ballett" auf ihrer Titelseite Respekt: "Los Blancos gaben nicht auf und eroberten das Nou Camp".

Für Zidane war es zudem das ideale Vorspiel zum Champions-League-Viertelfinal-Hinspiel beim VfL Wolfsburg am Mittwoch. "Das gibt uns moralisch einen enormen Auftrieb", konstatierte er. Manche sehen Real auf dem besten Weg zum Gewinn der Königsklasse. "Der Real-Triumph im Camp-Nou-Stadion lässt 'La Undecima' (den elften) Europacupsieg nicht mehr als illusorisch erscheinen", schrieb das Madrider Sportblatt "As". "Der Pessimismus ist verflogen."

Indes blieb in Valencia der Trainereffekt aus. Drei Tage nach der Trennung vom glücklosen Kurzzeittrainer Gary Neville kassierte Rapids-Europa-League-Schreck am Samstag eine 1:2-Niederlage bei Las Palmas und kam vom 14. Platz nicht weg. Neo-Coach Pako Ayestaran, der bis Saisonende bestellt wurde, hat offenbar noch viel Arbeit vor sich. (APA, 3.4.2016)

  • Zinedine Zidane sagt es an, seine Spieler setzen es um.
    foto: apa/gene

    Zinedine Zidane sagt es an, seine Spieler setzen es um.

  • Gareth Bale herzt Casemiro und er weiß warum.
    foto: reuters/medina

    Gareth Bale herzt Casemiro und er weiß warum.

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