Mehr Geld für die Arbeiterkammern

1. April 2016, 17:26
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Seit 2004 sind die Einnahmen der Kammern um 45 Prozent auf 403 Millionen Euro gestiegen

403 Millionen Euro – so viel haben die neun Arbeiterkammern Österreichs im Jahr 2014 aus der Kammerumlage eingenommen. In den vergangenen zehn Jahren sind die Einkünfte um 45 Prozent gestiegen. Das geht aus Zahlen des Sozialministeriums hervor, die eine parlamentarische Anfrage der Neos zutage gefördert hat.

Zum Vergleich die Inflation: Die Preise sind im gleichen Zeitraum um 23 Prozent gestiegen. Woher kommt dieser Zuwachs? Die Einkünfte der Arbeiterkammer sind an die Zahl der Beschäftigten gekoppelt. Jeder Arbeitnehmer liefert automatisch ein halbes Prozent seines Bruttoeinkommens ab. Steigt die Zahl der Beschäftigten, steigen die Einkünfte der AK.

AK Wien hat die höchsten Einnahmen

Mit 101 Millionen Euro hat die Arbeiterkammer Wien im Vergleich zu allen anderen Landesarbeiterkammern am meisten aus Mitgliedsbeiträgen eingenommen. Ihr kommt eine Sonderrolle zu, weil sie auch die Geschäfte der Bundesarbeitskammer übernimmt. Dafür liefern die Landesarbeiterkammern drei Prozent ihrer Jahreseinkünfte ab.

Kaum Personalzuwachs

Sie hat so auch die höchsten Personalkosten zu stemmen: 49 Millionen Euro gibt die Arbeiterkammer Wien für ihre 587 Vollzeitangestellten aus. Insgesamt stehen in Österreich 2.612 Personen auf der Gehaltsliste der Arbeiterkammern.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Personalstand nicht drastisch verändert. Er ist seit 2004 um neun Prozent oder 217 Vollzeitstellen gestiegen.

Mehr Personal für Tirol, weniger für Salzburg

Die Unterschiede von Bundesland zu Bundesland sind dabei deutlich: Während die Arbeiterkammer Salzburg jede zehnte Vollzeitstelle abgebaut hat, ist der Personalstand der Arbeiterkammer Tirol um 50 Prozent gestiegen.

Trotz der moderaten Personalzunahme sind die Ausgaben dafür insgesamt um 45 Prozent auf 190,4 Millionen gestiegen. Das ist mit jährlichen Erhöhungen des Kollektivvertrages und automatischen Gehaltsvorrückungen erklärbar.

22,7 Millionen Euro für Pensionen

Aus den Zahlen geht auch hervor, dass die AK noch länger für ihre Altpensionisten zahlen wird. Der jährliche Pensionsaufwand lag bei 22,7 Millionen Euro, gleichzeitig wurden auch "personalabhängige Rückstellungen" im Ausmaß von 135 Millionen gebildet. Für Neos-Abgeordneten Gerald Loacker steht fest, dass die Arbeiterkammerumlage gesenkt werden muss.

Neos wollen AK-Umlage auf Gehaltszettel

Seine Anfrage, ob die Regierung im Rahmen der Steuerreform darüber geredet habe, blieb unbeantwortet. Neben der Abschaffung der verpflichtenden Mitgliedschaft und der Einführung eines freiwilligen Modells will der Abgeordnete mehr Transparenz auf dem Lohn- und Gehaltszettel und die AK-Umlage ausweisen. (Gerald Gartner, 1.4.2016)

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