Grabende Kaulquappen leben wie die Sandwürmer von "Dune"

3. April 2016, 18:00
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Über ein Jahrhundert lang hatte man gerätselt, wo die Larven von Micrixalus herrei sind und wie sie aussehen

Delhi – Auf den ersten Blick erinnern sie an "Sandforellen", die Jungtiere der gigantischen Sandwürmer aus Frank Herberts "Dune"-Romanen. Und auf den zweiten Blick ... tun sie es eigentlich immer noch. Die Kaulquappen der Froschart Micrixalus herrei wachsen nicht freischwimmend im Wasser heran, sondern in Sand.

Und sie haben sich an diese für Amphibien eher ungewöhnliche Umgebung gut angepasst, berichtet ein internationales Biologenteam im Fachmagazin "Plos One". Entdeckt wurden die Tiere in Flussbetten in den Westghats von Indien.

frogindiadotorg

Für ihre grabende Lebenweise verfügen die Kaulquappen über einen muskulösen aalähnlichen Körper. Dieser ist abgeflacht und mit einem kräftigen Schwanz versehen, die Flossen sind nur gering ausgebildet.

Ihre Augen sind durch eine Schutzhaut bedeckt – ihr Lebensraum ist ohnehin lichtlos. An den Kiefern haben sie einen geriffelten Schutzfilter, der dazu dient, grobe Sandkörner nicht ins Maul gelangen zu lassen, während die Tiere sich durch den Boden wühlen. Als Nahrungsquelle dürften verwesende organische Rückstände an kleinen Sandkörnern dienen – zumindest wurden solche im Mageninhalt der Kaulquappen gefunden.

Der Froschtanz

Das ist aber noch nicht das einzige Bemerkenswerte, wie die Wissenschafter der Universitäten von Delhi, Peradeniya und Gettysburg berichten. Dass die Kaulquappen zur Spezies Micrixalus herrei gehören, haben genetische Analysen bewiesen. Und diese Froschart ist für ihr auffälliges Verhalten in der Paarungszeit bekannt: Die Männchen der im Englischen als "Indian dancing frogs" bekannten Tiere recken ihre ausgestreckten Hinterbeine und die Luft und schütteln sie.

Wie die Kaulquappen dieser markanten Tiere aussehen, hatte lange Zeit Rätsel aufgegeben. Durch die versteckte Lebensweise der Kaulquappen konnte die Lösung nun erst mit großer Verspätung gefunden werden – bekannt ist diese Froschgattung immerhin schon seit den 1880er Jahren. (red, 3. 4. 2016)

  • Die Kaulquappen von Micrixalus herrei wühlen sich durch den Sand am Grund von Flussbetten.
    foto: sd biju

    Die Kaulquappen von Micrixalus herrei wühlen sich durch den Sand am Grund von Flussbetten.

  • Und so sieht das Tier im Erwachsenenstadium aus.
    foto: sd biju

    Und so sieht das Tier im Erwachsenenstadium aus.

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