Wütende Gmail-Nutzer: Google muss Aprilscherz zurückziehen

1. April 2016, 14:01
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Zig Nutzer hatten unabsichtlich herablassende Geste an Geschäftspartner und Vorgesetzte versandt

Einer der zahlreichen Aprilscherze, mit denen Google normalerweise für Amüsement sorgt, ist heuer in die Hose gegangen. Der Suchmaschinist hatte bei seinem Emaildienst Gmail einen Button integriert, mit dem man nervtötende Diskussionen beenden kann. Wer auf die Schaltfläche drückte, versandte eine Figur aus "Die Minions", die ein Mikrofon auf den Boden fallen lässt. Diese Geste steht gemeinhin für den Sieg bei einem Streit, nach dem man den "Gegner" ignoriert. Das passiert auch bei Gmail: Antworten auf E-Mails, die per "Drop the Mic"-Button verschickt werden, werden nicht mehr im Posteingang angezeigt.

Unabsichtlich verwendet

Das Problem bei Googles Scherz: Der Konzern ersetzte den "Senden und Archivieren"-Knopf damit – der wird allerdings von zahlreichen Nutzern verwendet. Das führte zu dem Ergebnis, dass zig Menschen unabsichtlich die herablassende Geste versandten – und Beschwerden und Antworten darüber nicht mehr angezeigt bekamen. Der Entwickler Andy Baio hat zahlreiche Nutzerbeschwerden auf Twitter gesammelt.

So soll beispielsweise ein Bestattungsunternehmen mit dem "Drop the Mic"-Button reagiert haben.

Ein freischaffender Journalist gibt an, wegen des Buttons Aufträge entzogen bekommen zu haben. "Meine Chefin dachte, ich reagiere so auf ihre Korrekturvorschläge", schreibt er. Er habe nun seinen Job verloren.

Notbremse

Google zog rasch die Notbremse: Binnen weniger Minuten wurde das Feature wieder eingestampft. "Es tut uns extrem Leid", so das Unternehmen zum Guardian. "es sieht so aus, als hätten wir uns heuer selbst reingelegt." Die schlechte Implementierung begründet der Konzern mit einem "Bug". Abseits von dem desaströsen Gmail-Scherz hat Google aber eine Reihe besserer Aprilspäße im Angebot: So soll man künftig nach seinen Socken suchen können, mit einer "Google Cardboard Plastic" die Realität erleben und eine Google Maps Disco nutzen können. (red, 1.4.2016)

  • Für professionelle E-Mail-Konversationen nicht besonders geeignet: Drop the Mic durch ein Minion
    foto: screenshot/google

    Für professionelle E-Mail-Konversationen nicht besonders geeignet: Drop the Mic durch ein Minion

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