Grazer Kirchner-Kaserne wurde um elf Millionen Euro verkauft

1. April 2016, 11:53
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Zuschlag für Grazer Bauträger ZI Bauwerk – 1,5 Millionen Euro mehr Erlös als geplant

Wien – Die Grazer Kirchner-Kaserne hat einen neuen Besitzer: Die Bundesheerliegenschaft im Grazer Bezirk Jakomini ging um elf Millionen Euro an den Grazer Bauträger ZI Bauwerk, wie die Sivbeg (Strategische Immobilien Verwertungs-, Beratungs- und EntwicklungsgesmbH) mitteilte. Zuletzt war die Kaserne als Flüchtlingsunterkunft im Gespräch, geplant ist die Errichtung von Wohnbauten.

Im Verkaufsverfahren der Sivbeg wurde die ZI Bauwerk GmbH mit elf Millionen Euro als Meistbieter für die Kirchner Kaserne ermittelt. Der Mindestkaufpreis betrug 9,5 Millionen Euro. "Vier Interessenten haben für die Liegenschaft geboten", sagte Stephan Weninger, Geschäftsführer der Sivbeg. Politisch war die Liegenschaft zuletzt Gegenstand von Auseinandersetzungen. Vor der Kaserne hatte Mitte Jänner 2016 eine Demonstration der "Identitären" gegen die Einrichtung eines Asylwerberheimes stattgefunden. Die KPÖ hatte schon seit Jahren den Kauf des Areals durch die Stadt für sozialen Wohnbau gefordert und sich auf eine Gemeinderatsbeschluss vom Oktober 2014 berufen.

Über 57.000 Quadratmeter

Die Kirchner Kaserne befindet sich südlich des Stadtzentrums von Graz und verfügt über eine Grundstücksfläche von rund 57.100 Quadratmetern. Im Umfeld der Kaserne befinden sich Wohnblöcke, weitläufige Kleingartensiedlungen, vereinzelt auch Einfamilienhäuser und Gewerbebetriebe. Die Liegenschaft ist als Bauland – Allgemeines Wohngebiet gewidmet.

Das Kasernenareal ist mit insgesamt 31 Objekten bebaut. Der Bestand aus Stabs-, Mannschafts-, Wirtschafts-, Werkstätten-, Lager- und Garagengebäuden hat eine Nutzfläche von insgesamt rund 20.000 Quadratmetern. Des Weiteren befinden sich ein Sportplatz und zwei Bunker auf dem Kasernengelände. Das Stabsgebäude soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Zuletzt waren in der Kirchner-Kaserne die Militärmusik Steiermark und letzte Teile des in die Hackher-Kaserne Gratkorn übersiedelten Versorgungsregiments 1 stationiert.

Die Sivbeg hat für das Verteidigungsministerium bis heute insgesamt 152 Heeresliegenschaften um rund 358 Millionen Euro verkauft, davon 17 Liegenschaften um rund 23 Millionen Euro in der Steiermark. (APA, 1.4.2016)

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