Viel Aufmerksamkeit für Griss und das Geld

1. April 2016, 12:27
85 Postings

Die Konkurrenz macht eine angebliche Honorarforderung der Hofburg-Kandidatin zum Thema

Wien – Die Konkurrenz hatte es am Freitag eilig, einem angeblichen Vergehen von Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss, von dem die Tageszeitung "Österreich" unter dem Titel "Griss verlangt 10.000 Euro für Wahl-Auftritt" berichtet hatte, zusätzlichen Spin zu geben. Der Vorwurf, der im Raum steht: Die Ex-Höchstrichterin soll für einen Auftritt im Managementclub – dessen Präsident ist Ex-ÖVP-Politiker Herbert Paierl – ein Honorar gefordert haben.

Um neun Uhr morgens twitterte Sven Pöllauer, Sprecher von Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP), bereits: "Griss verlangt also € 10.000 für einen Auftritt im Wahlkampf – ob es Präsidentin-Termine dann auch gegen 'cash' gibt?"

Nur wenig später sprang ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald per Aussendung auf: "Ehrlich zu sein schaut anders aus." Er forderte eine umgehende Klarstellung der Kandidatin, wetterte gegen eine "Kaufdemokratie", wie man sie aus den USA kenne, und empfahl Griss medienöffentlich: "Wer Ehrlichkeit zu seinem Markenzeichen machen will, sollte sich nicht bei kleinen Lügen erwischen lassen."

Auftritt als Fundraising-Event

Im Büro von Griss wehrt man sich gegen die Vorwürfe. Kampagnenleiter Milo Tesselaar versichert: "Irmgard Griss hat noch nie Geld für einen Auftritt im Wahlkampf verlangt, im Gegenteil: Wenn ihre eine Gage angeboten wurde, spendet sie diese für wohltätige Zwecke." Und die 10.000 Euro, die eine Griss-Assistentin in einem Mail an den Managementclub genannt hatte?

Tesselaar erklärt die Causa so: Griss könne nicht alle Einladungen wahrnehmen, sie müsse sich auf Veranstaltungen mit großer Reichweite konzentrieren. Wer die Kandidatin dennoch im kleinen Rahmen erleben wolle, dem biete sie eben an, aus dem Auftritt ein Fundraising-Event für den Wahlkampf zu machen – schließlich sei die Kampagne, weil von keiner Partei getragen, auf Spenden angewiesen. Die 10.000 Euro seien ein Richtwert, ab dem sich solch eine Veranstaltung auszahle, sagt Tesselaar: "Mit einer Honorarforderung hat das nichts zu tun." (red, 1.4.2016)

  • Will aus Wahlkampfaustritten im kleinen Rahmen ein Fundraising-Event machen: Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss.
    foto: standard/heribert corn

    Will aus Wahlkampfaustritten im kleinen Rahmen ein Fundraising-Event machen: Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss.

Share if you care.