Arbeitslosigkeit steigt unter Frauen deutlich stärker als unter Männern

1. April 2016, 13:42
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Die Bauwirtschaft profitiert vom guten Wetter, die Zahl der Arbeitslosen in der Branche ist stark gesunken. Der Handel tut sich hingegen schwer, darunter leiden vor allem Frauen

Wien – Vom sehr warmen Frühjahr und der etwas besseren wirtschaftlichen Lage profitieren in Österreich derzeit vor allem Männer. Auf dem Bau ist die Zahl der Arbeitslosen im März im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent zurückgegangen. Auch im Produktionsbereich ist die Arbeitslosigkeit gesunken. Im Handel und im Sozialbereich steigt die Zahl der Arbeitslosen hingegen weiter stark. So gab es im Gesundheitswesen sieben Prozent mehr arbeitslos gemeldete Menschen als noch ein Jahr zuvor.

Wenig überraschend ist daher die unterschiedliche Entwicklung nach Geschlecht: Die Arbeitslosigkeit unter Männern ist im März im Vergleich zum Vorjahr nur mehr um 1,4 Prozent gestiegen. Unter Frauen gab es hingegen 3,7 Prozent mehr Arbeitslose. Männer sind aber trotzdem weiter häufiger arbeitslos als Frauen. Derzeit sind 286.500 Männer und 189.400 Frauen arbeitslos.

Die Entwicklung unterscheidet sich aber nicht nur nach Geschlecht, sondern auch nach Pass. Es gab im März 0,5 Prozent weniger arbeitslose Inländer, aber 9,9 Prozent mehr arbeitslose Ausländer. In letzterer Gruppe finden sich auch viele Flüchtlinge, denen bereits beschieden wurde, im Land bleiben zu dürfen, die aber noch keinen Job gefunden haben.

Ohne Flüchtlinge, die nach und nach in die Arbeitslosenstatistik fallen, wäre die Zahl der arbeitslosen Ausländer nur um 3,4 Prozent gestiegen. Mit Ende März waren 22.674 Flüchtlinge als arbeitslos gemeldet, zwei Drittel davon leben in Wien. Die Syrer sind mit 7.946 Arbeitslosen die größte Gruppe, dann kommen die Afghanen mit 4.860 Arbeitslosen. Aus dem Irak sind derzeit 1.233 Flüchtlinge arbeitslos.

Tausende haben Jobs

Es gibt keine Statistik darüber, wie viele Flüchtlinge schon einen Job gefunden haben. Die Sozialversicherung unterschiedet nur nach In- und Ausländern, nicht nach Aufenthaltstitel. Im Februar waren aber 4.666 Afghanen, 2.069 Syrer und 1.157 Iraker beschäftigt. Ein Teil davon dürfte jedoch schon länger im Land sein, zwischen 2001 und 2003 wurden aufgrund der Kriege in Afghanistan und dem Irak viele Asylanträge gestellt.

Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen in Österreich im März inklusive Menschen in Schulungen um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Damit waren 439.000 Menschen als arbeitslos gemeldet. Der Anstieg hat sich in den vergangenen Monaten abgeflacht, im Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit teilweise noch um acht Prozent gestiegen.

In vier Bundesländern war die Zahl der Arbeitslosen im März niedriger als im Vorjahr, nämlich in Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Kärnten. In Wien ist die Zahl im Vergleich zu 2015 um 6,9 Prozent gestiegen. Die beim AMS gemeldeten offenen Stellen sind um 40 Prozent auf knapp 37.000 gestiegen.

Um saisonale Schwankungen bereinigte Zahlen des Wifo zeigen, dass sich die Lage auf Österreichs Arbeitsmarkt schon seit einigen Monaten stabilisiert hat. Die Arbeitslosigkeit befindet sich aber weiterhin auf einem Höchststand. Ökonomen gehen davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen künftig weiter steigen wird. (sat, 1.4.2016)

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