Israelischer Soldat wird wegen Tötung eines Palästinensers angeklagt

31. März 2016, 21:55
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Mann hatte verletzten Attentäter gezielt in den Kopf geschossen

Tel Aviv – Ein israelischer Soldat wird wegen Totschlags angeklagt, nachdem er einen verletzten palästinensischen Attentäter gezielt mit einem Kopfschuss getötet hatte. Dies hat ein Militärgericht am Donnerstag entschieden, wie die Nachrichtenseite "Haaretz" berichtete.

Der israelische Soldat hatte vergangene Woche in Hebron im südlichen Westjordanland einen verletzten palästinensischen Attentäter mit einem Kopfschuss getötet. Dies zeigt ein Video, das die israelische Menschenrechtsorganisation Betselem veröffentlichte. Der Palästinenser war zuvor mit einem Komplizen mit Messern auf einen Soldaten losgegangen. Der zweite Attentäter war während des Angriffs erschossen worden.

"Schwerwiegender Vorfall"

Israels Militär sprach nach der Tötung des verletzten Palästinensers von einem "schwerwiegenden Vorfall, der gegen die Werte der israelischen Armee verstößt". Der Soldat sitzt seither in Haft.

Der Vorgang hat in Israel eine heftige Kontroverse ausgelöst. Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach am Sonntag von Versuchen, nach dem Vorfall "die Moral der israelischen Armee anzuzweifeln". Am Montag forderten die Palästinenser die Vereinten Nationen auf, die ihrer Meinung nach gezielten Tötungen durch die israelische Armee während der jüngsten Gewaltwelle zu untersuchen. (APA, 31.3.2016)

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