Nato begrüßt US-Pläne für verstärkte Truppenpräsenz in Europa

31. März 2016, 22:14
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Panzerbrigade soll Abschreckungspotenzial des Militärbündnisses erhöhen

Brüssel/Washington – Erfreut hat sich die Nato zu US-Plänen geäußert, die eigenen Truppen in Europa zu verstärken. "Das ist ein klares Zeichen, dass sich die Vereinigten Staaten nachhaltig für die europäische Sicherheit einsetzen", sagte eine Bündnissprecherin am Donnerstag in Brüssel. So werde das Verteidigungs- und Abschreckungspotenzial der Allianz deutlich erhöht.

Nur wenige Stunden zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Washington erklärt, man reagiere auf die Sorgen vor allem osteuropäischer Alliierter angesichts möglicher Aggressionen durch Russland. Solche Bedenken hatten vor allem die baltischen Ex-Sowjetrepubliken sowie Polen seit Beginn der Ukraine-Krise immer wieder vorgebracht.

Zusätzliche Nato-Truppen ab 2017

Das "United States European Command" (EUCOM) wird demnach schon im Februar 2017 mit der Verlegung einer Kampfbrigade beginnen. US-Präsident Barack Obama hatte im Jänner höhere Verteidigungsausgaben für Europa angekündigt.

Kaum überraschend, reagierte Moskau umgehend und scharf: Der russische Botschafter bei der Nato, Alexander Gruschko, kündigte Gegenmaßnahmen an: "Wir sind keine untätigen Beobachter, wir ergreifen regelmäßig militärische Maßnahmen, die wir für notwendig erachten, um diese verstärkte Präsenz auszugleichen, die durch nichts gerechtfertigt ist."

Die US-amerikanische Brigade soll rotierend in verschiedenen Ländern eingesetzt werden. Das Pentagon machte über die exakten Stationierungsorte vorerst zwar keine Angaben, infrage kommen aber natürlich Russlands direkte Nachbarn Estland, Lettland und Litauen – aber auch Polen, Rumänien und Bulgarien. Die geplante Verstärkung umfasst demnach 4.200 Soldaten, 250 Panzer, außerdem Haubitzen, Kampffahrzeuge und 1700 zusätzliche Fahrzeuge. Somit hätten die USA dann drei Brigaden in Europa.

"Modernstes Gerät"

Alle neun Monate sollen Truppenteile im Umfang einer Brigade ausgetauscht und neues Material ("das modernste Gerät, das die US-Armee anzubieten hat") nach Europa gebracht werden.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter stellte sich demonstrativ hinter die Nato: Das Bündnis habe seit jeher wichtige Arbeit für die internationale Sicherheit geleistet – und somit auch für die Sicherheit der USA. Er reagierte damit auf Forderungen des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump nach einer Kürzung der US-Mittel für die Nato. (APA, red, 31.3.2016)

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