Belgien will Abdeslam an Frankreich ausliefern

31. März 2016, 23:34
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26-jähriger Franzose soll an Paris-Anschlägen mit 130 Toten beteiligt gewesen sein – Flughafen in Brüssel technisch betriebsbereit

Brüssel – Der mutmaßliche Paris-Attentäter Salah Abdeslam kann von Belgien nach Frankreich ausgeliefert werden. Das entschied ein Untersuchungsgericht am Donnerstag in Brüssel. Der 26 Jahre alte Franzose habe seiner Auslieferung zugestimmt, berichtete die Staatsanwaltschaft.

Die Auslieferung kann aus Sicht der französischen Regierung rasch erfolgen. Die Zustimmung des Verdächtigen sei nach belgischem Recht unwiderruflich, sagte Justizminister Jean-Jacques Urvoas am Donnerstag. Das Verfahren werde kurz sein. Abgesehen von Ausnahmefällen erfolge eine Auslieferung innerhalb von zehn Tagen. Der genaue Zeitpunkt soll zwischen den Justizbehörden beider Länder vereinbart werden.

Mutmaßlicher Paris-Attentäter

Abdeslam galt bis zu seiner Festnahme am 18. März in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek als Staatsfeind Nummer eins in Belgien und als einer der meistgesuchten Männer in Europa. Er fuhr laut Ermittlern mit Attentätern aus Belgien zu den Anschlägen in Paris, bei denen am 13. November 130 Menschen getötet wurden.

Zuletzt saß Abdeslam in Brügge in Untersuchungshaft. Ob er direkt an der Vorbereitung der Brüsseler Anschläge vom 22. März mit 32 Toten beteiligt war, ist noch unklar. Von den Vorbereitungen will er laut seinem Anwalt nichts gewusst haben. Laut Ermittlern hinterließ er aber Fingerabdrücke auf einem Wasserglas in der Wohnung, die Khalid El Bakraoui im Brüsseler Stadtteil Forest/Vorst gemietet hatte. Eine Woche nach der Polizeiaktion dort sprengte sich Khalid El Bakraoui in der Brüsseler U-Bahn in Luft, sein Bruder Ibrahim zündete eine der Bomben auf dem Flughafen.

Flughafen betriebsbereit

Der Flughafen ist unterdessen bereit für seine Wiedereröffnung, teilte der Betreiber mit. Demnach könnten in einem Check-in-Bereich 800 Fluggäste pro Stunde abgefertigt werden. Wann wieder Passagierflüge starten, hänge jedoch noch vom grünen Licht der Behörden ab. Bis Freitagabend sollten demnach noch keine Passagiermaschinen abheben.

Die Wiedereröffnung des Airports hatte sich zuletzt immer wieder verzögert. Flüge werden meist über Charleroi oder Lüttich umgeleitet.

Weitere Razzia in Kortrijk

Die Suche nach dem "Mann mit dem Hut", einem Terrorverdächtigen vom Flughafen, ging unterdessen weiter. Die Staatsanwaltschaft nahm keine Stellung zu Medienspekulationen, wonach ein Mann, der sich auch in einem Terroristenversteck in der Stadtgemeinde Schaerbeek/Schaarbeek aufgehalten haben soll, der dritte Mann vom Flughafen sein könnte. Darüber hatte unter anderen die Tageszeitung "Le Monde" berichtet.

Im flämischen Kortrijk nahe der französischen Grenze gab es in der Nähe einer Tankstelle eine neue Razzia von Polizisten und Soldaten. Sie stand in Zusammenhang mit Ermittlungen gegen den in Frankreich festgenommen Terrorverdächtigen Reda K., berichtete die Nachrichtenagentur Belga mit Hinweis auf die Staatsanwaltschaft.

Gegen den 34-Jährigen wurde in Frankreich ein Anklageverfahren wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung eingeleitet. Der Franzose soll nach Angaben aus Paris zu einem Terrornetzwerk gehören, das mit einem großen Waffenarsenal kurz vor einem schweren Anschlag stand. (APA, 31.3.2016)

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