Rudolf Striedinger wird Chef des Abwehramts

31. März 2016, 17:38
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Karrieresprung für den niederösterreichischen Militärkommandanten: Verteidigungsminister Doskozil besetzt am Freitag den Geheimdienstposten neu

Wien – Der niederösterreichische Militärkommandant, Brigadier Rudolf Striedinger, steht vor einem Karrieresprung: Wie der STANDARD erfuhr, soll Striedinger mit der Leitung des Abwehramts betraut werden. Es wird erwartet, dass Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil diese Entscheidung am Freitag bekanntgeben wird.

Das Abwehramt ist ein geheimnisumwitterter Geheimdienst, der in einem unscheinbaren Bürogebäude im dritten Wiener Gemeindebezirk beheimatet ist – offiziell als eine Art "Werksschutz" des Bundesheeres. Tatsächlich hat das Amt aber weitreichende Kompetenzen in der Abwehr von Lauschangriffen und dem Schutz kritischer Infrastruktur entwickelt, insbesondere was elektronische Bedrohungen betrifft.

Chefposten war zwei Jahre vakant

Seit dem Abgang von Anton Oschep (der Militärattaché in Berlin wurde) im Sommer 2014 war das Abwehramt interimistisch von Brigadier Ewald Iby geführt worden.

Der neue Kommandant Striedinger ist Jahrgang 1961, wurde 1983 zum Leutnant ausgemustert und absolvierte den 12. Generalstabskurs. Von 2002 bis 2011 war Striedinger Leiter des Generalstabsbüros, einer Stabsstelle für die Führung des Bundesheeres. Anschließend wurde er Militärkommandant von Niederösterreich, als solcher ist er nicht nur mit Landeshauptmann Erwin Pröll, sondern auch mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner gut vernetzt (beide ÖVP). Er gilt als tadelloser Offizier, der sich neben seiner Tätigkeit als territorialer Kommandant in Niederösterreich im Kulturgüterschutz engagiert. (Conrad Seidl, 31.3.2016)

  • Brigadier Rudolf Striedinger im Vorjahr bei einer Tagung des Österreichischen Kameradschaftsbundes.
    foto: apa / ewald hofer / artis media

    Brigadier Rudolf Striedinger im Vorjahr bei einer Tagung des Österreichischen Kameradschaftsbundes.

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