EU-Milchmarkt: Keine ganz gewöhnliche Ware

Kommentar31. März 2016, 17:25
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Die Milchbauern in der EU haben zu hoch gepokert

Seit dem Ende der ungeliebten, weil bürokratischen EU-Quoten sollte bei der Milch das gelten, was für alle Waren in einer Marktwirtschaft gilt: Wenn zu viel produziert wird, geht der Preis runter. Das führt relativ schnell zu einer Marktbereinigung. Unrentabel produzierende Anbieter geben auf. So etwas ist zwar schmerzhaft, aber für die übriggebliebenen Anbieter ist, zumindest eine Zeitlang, alles im Lot.

So in etwa stellte sich das die EU-Kommission vor, als sie den Milchmarkt freigab. Der freie Markt! Er sollte den Bauern im Export neue Märkte bringen und Milchseen und Butterberge wegschmelzen lassen.

Nun zeigt sich, dass die Produktionsausweitung, auf die die Bauern zuvor gesetzt haben, ruinös ist. Weder sind die Absatzmärkte im Ausland so aufnahmefähig wie erwartet, noch lässt sich der Inlandskonsum nennenswert steigern.

Die Milchbauern in der EU haben zu hoch gepokert. Sie sollten sich wieder auf das besinnen, was wichtig ist. Es ist dies eine gesicherte europäische Versorgung – immerhin ein Markt mit 500 Millionen Verbrauchern. Das allein ist schon eine hehre Aufgabe.

Alles darüber Hinausgehende kann vernachlässigt werden. Weder soll Milch aus der EU zu Dumpingpreisen irgendwo in der Welt verscherbelt werden, noch sollen sich die Bauern politischen Unbilden aussetzen, wie dies seit den russischen Sanktionen auf EU-Produkte der Fall ist. (Johanna Ruzicka, 31.3.2016)

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