Baltenstaaten für Verlegung von US-Panzerbrigade nach Osteuropa

31. März 2016, 14:57
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US-Militärpräsenz damit "sichtbarer und effektiver"

Riga – Die baltischen Staaten haben die Ankündigung der USA begrüßt, eine komplette Panzerbrigade an die Ostflanke der NATO verlegen zu wollen. Die US-Militärpräsenz werde damit "sichtbarer und effektiver", sagte der litauische Verteidigungsminister Juozas Olekas am Donnerstag der Agentur BNS.

Sein lettischer Kollege Raimonds Bergmanis sprach von einem "wichtigen Schritt" auf dem Weg zum NATO-Gipfel im Juli, wo über weitere Verpflichtungen zum Schutz der Region entschieden werde. Die Brigade soll zu Übungszwecken rotierend in verschiedenen Ländern eingesetzt werden. (APA, 31.3.2016)

Chronologie: Militärpräsenz der Nato in Osteuropa

September 2009: Nach jahrelangen Protesten aus Moskau ändert US-Präsident Barack Obama den ursprünglichen Plan seines Vorgängers George W. Bush für den Aufbau eines Raketenschutzschildes in Europa. Er macht das US-Projekt zu einem Vorhaben der NATO und das Abwehrsystem flexibler. Russland sieht die geplante Raketenabwehr als Gefahr für seine Sicherheit und will ein gemeinsames System. Alle Versuche einer Kooperation scheitern in der Folgezeit.

April 2014: Nach dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts will die NATO Flugzeuge, Schiffe und Soldaten in die östlichen Mitgliedsländer schicken, beschließt der NATO-Rat.

Mai: Rund 6.000 NATO-Soldaten beginnen mit einem Manöver in Estland – eines von mehreren, die das Bündnis als Antwort auf die Annexion der Krim durch Russland beschlossen hat.

September: Die 28 NATO-Staats- und Regierungschefs beschließen den "Readyness Action Plan". Er soll die Sicherheit der Partner in Ost- und Mitteleuropa stärken. Gegen den Protest Russlands beginnen die USA und die Ukraine im Schwarzen Meer ein See-Manöver. Mehrere NATO-Staaten starten in der Ukraine das Manöver "Rapid Trident".

Oktober: Über der Ostsee fangen NATO-Kampfjets ein russisches Aufklärungsflugzeug ab.

Dezember: Die NATO-Außenminister beschließen eine Eingreiftruppe, die binnen Tagen ins Baltikum oder nach Polen verlegt werden könnte.

März 2015: Die USA wollen rund 3.000 Soldaten zu Manövern ins Baltikum verlegen, heißt es in Washington. 750 Panzer und anderes schweres Gerät seien schon dort. Moskau steigt aus dem Vertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) aus. Er sollte seit Ende des Kalten Krieges das militärische Gleichgewicht wahren.

Juni: Putin will das russische Arsenal an Interkontinentalraketen ausbauen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Die NATO kritisiert Moskaus "nukleares Säbelrasseln" und stockt ihre schnelle Eingreiftruppe auf bis zu 40.000 Soldaten auf.

September: Die NATO startet offiziell den Betrieb von sechs neuen Hauptquartieren in den östlichen Bündnisstaaten. Sie sollen unter anderem als Planungs- und Koordinierungszentren für Übungseinsätze der schnellen Eingreiftruppe dienen.

November: Der Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet führt zu heftigen Spannungen zwischen Moskau und dem NATO-Mitglied Türkei.

Februar 2016: Die NATO will zusätzliche Truppen ins östliche Bündnisgebiet schicken. Als Standorte sind neben den baltischen Staaten auch Polen, Bulgarien und Rumänien vorgesehen.

März 2016: Die USA wollen 2017 ihre Truppenpräsenz an der Ostflanke der NATO verstärken, teilt das Verteidigungsministerium mit.

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