Türkei droht mit erneutem Beschuss kurdischer Stellungen in Syrien

31. März 2016, 12:15
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Ankara fürchtet Ausweitung des Kurden-Gebietes

Istanbul – Die Türkei droht mit einem erneuten Artilleriebeschuss auf kurdische Verbände in Syrien. Es gebe Hinweise darauf, dass die Kurden die strategisch wichtige Stadt Manbij in Nord-Syrien einnehmen wollten, berichtete die Zeitung "Hürriyet" am Donnerstag unter Berufung auf türkische Militärkreise. Sollte ein solcher Angriff beginnen, werde die Artillerie das Feuer eröffnen.

Die Rolle der syrischen Kurden ist ein wichtiges Streitthema zwischen der Türkei und den USA beim derzeitigen Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Washington. Schon im Februar hatten türkische Panzerhaubitzen von der türkischen Seite der Grenze aus syrisches Gebiet unter Beschuss genommen. Das Bombardement galt Kämpfern der Volksverteidigungseinheiten (YPG), der Miliz der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD).

Warnung vor durchgehendem Streifen

Die PYD hat im Laufe des Syrien-Konflikts zwei Gebietsstreifen entlang der türkischen Grenze erobert und dort eine kurdische Autonomie ausgerufen. Ankara befürchtet, dass die PYD die beiden Gebiete vereinen und einen Kurdenstaat gründen will. Die Stadt Manbij liegt zwischen den beiden Gebieten.

Die Türkei betrachtet die PYD und die YPG als Terrororganisationen, weil sie syrische Ableger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) sind. Dagegen unterstützen die USA die syrischen Kurden als wichtige Verbündete im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS), der weite Teile Syriens beherrscht und auch Manbij unter seiner Kontrolle hat. Laut türkischen Medienberichten haben US-Kampfflugzeuge in den vergangenen Tagen mehrmals Ziele in der Umgebung von Manbij angegriffen. (APA, 31.3.2016)

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